Konjunktur abgekühlt
Halbjahresbilanz der WKO Tirol

Christoph Walser und Stefan Garbislander sprachen über die Wechselwirkung von Wirtschaft und Politik.
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Christoph Walser und Stefan Garbislander präsentierten die Halbjahresbilanz der Tiroler Wirtschaft.

Für die Bilanz wurden rund Tiroler 240 Leitbetriebe – aus allen Branchen – mit insgesamt mehr als 45.000 Beschäftigten herangezogen. Im Vergleich zu den letzten Jahren zeigt sich, dass sowohl Geschäftslage als auch Auftragslage abgeschwächt sind – in allen Branchen, aber insbesondere in der Industrie und im Gewerbe. Auch die Bereitschaft der Unternehmen zu investieren, ist zurückgegangen.

Moderat, aber stabil

Die große Wirtschaftskonjunktur der letzten Jahre ist aktuell abgekühlt: Der TOP-Tirol-Geschäftsklimawert, der vergangenen Sommer seinen Höchststand von 68 Prozentpunkten erreicht hatte, fiel zum Jahreswechsel auf 51 Prozentpunkte und erreicht einen Wert von 53 Prozentpunkten. Aktuell bewerten 64% der Tiroler Leitunternehmen ihre Geschäftslage als gut und nur 4% als negativ – 53% der TOP-Unternehmen erwarten auch in den kommenden Monaten eine gute Geschäftslage, 6% rechnen mit einer negativen Entwicklung. Besonders positiv sind die Einschätzungen in der Tiroler Bauwirtschaft und im Tiroler Handel: Jeweils 71% melden eine gute Geschäftslage, 29% einen saisonüblichen Geschäftsgang und keines der Unternehmen eine negative Geschäftslage. Damit erreichen diese beiden Branchen sogar noch bessere Werte als in der Hochkonjunkturphase im Sommer 2018: Damals bewerteten 68% der Leitbetriebe der Bauwirtschaft und 62% der Handelsunternehmen ihre Geschäftslage als gut. Bei den Handelsunternehmen hat sich die Umsatzlage weiter verbessert: Im Sommer 2018 meldeten 44% der Leitbetriebe des Tiroler Handels eine gute Umsatzlage; aktuell sind es 58%. Die Kapazitätauslastung von 91% im Handel spricht für sich.

Heuer abgeschwächt

Im Vergleich zum Sommer 2018 hat sich die Geschäftslage in der Tiroler Industrie und im Gewerbe abgeschwächt. Damals meldeten 85% der Industrieunternehmen und 75% der Leitbetriebe im Gewerbe eine gute Geschäftslage, aktuell sind es 66% bzw. 64%. Die Umsatzlage wird von 62% der Industrieunternehmen als gut bewertet. Vor 12 Monaten waren es allerdings noch 81%. In der Industrie hat auch der Anteil jener Unternehmen, deren betrieblichen Kapazitäten zu wenig ausgelastet sind, in den vergangenen zwölf Monaten von 9 % der Industrieunternehmen auf mittlerweile 26% zugenommen. 66% berichten allerdings nach wie vor von einer ausreichenden Auslastung ihrer Kapazität.

Der politische Einfluss

Christoph Walser sprach während der Pressekonferenz politische Themen an: „Wir werden auch über Einwanderung reden müssen“, sagte Walser, „Wenn unsere eigenen Leute nicht ausreichen, dann werden wir uns die Arbeitskräfte aus dem Ausland holen müssen.“ Des Weiteren positionierte er sich klar dagegen, Flüchtlinge abzuschieben, die eine Lehre angefangen haben, insbesondere im Bereich der Mangelberufe. Ein weiteres Thema war die Wohnsituation in Innsbruck, konkret das Fehlen einer Vertragsraumordnung bei Wohnungskäufen. Als positives Beispiel nannte er die Gemeinde Thaur, deren Bürgermeister er auch ist. Ein weiteres Thema waren die veralteten Lkw-Fahrzeuge im Export, die aber mit einer Förderung des Landes von 10 Mio. Euro im Begriff sind, ausgetauscht zu werden.

Autor:

Nilüfer Dag aus Innsbruck

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