Widmungsfrage
Keine Lösung für Leiner-Haus

Der "grüne Diamant" in der Rossau harrt seiner Zukunft.
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  • Der "grüne Diamant" in der Rossau harrt seiner Zukunft.
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INNSBRUCK. Der grüne Bau ist ein markantes Zeichen bei der Abfahrt von der Autobahn in das Innsbrucker Gewerbegebiet. Inzwischen durfte der ehemalige Einkaufstempel den Jahrestag als leerstehendes Gebäude feiern. Ab dem 15. November 2012 beherbergte der "grüne Diamant" die Innsbrucker Geschäftsstelle von Möbel Leiner, ehe die Kika/Leiner-Gruppe nach Turbulenzen um die (Ex-)Konzernmutter Steinhoff 2018 an die SIGNA-Gruppe von René Benko ging. Der Sanierungskurs führte zur Schließung der Leiner-Filiale in Innsbruck, aktuell ist nur ein T&G Geschäft geöffnet. Eine Entscheidung im Bauausschuss am 18. Feber steht aber nicht auf der Tagesordnung.

Neue Pläne

Der Tiroler Modehändler Feucht mit Sitz in Hall hat für das Gebäude weitreichende Pläne. Auf 11 Seiten präsentierte die Bekleidungsfirma dem Bauausschuss der Landeshauptstadt Innsbruck das Konzept zur Nachnutzung des Betriebsareals Leiner. Die visuelle Darstellung im A3-Format umfasst rund 50 Seiten. Die Zielsetzung: "Der Hintergrund der Anregung besteht in dem Umstand, dass die ursprüngliche Nutzung der baulichen Anlage an dem Standort aufgegeben wurde und diese nun sinnvoll und dauerhaft nach- und neu genutzt und im Rahmen eines innovativen Konzepts und langfristig als ein dauerhafter Wirtschaftsstandort verwendet werde soll."

Das Modehaus Feucht hat ein umfangreiches Konzept vorgelegt.
  • Das Modehaus Feucht hat ein umfangreiches Konzept vorgelegt.
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Widmungsfrage

Für das Möbelhaus Leiner wurde das Areal als Sonderfläche Einkaufszentrum mit Einschränkung auf die Betriebsform B gewidmet. Das bedeutet, dass dort hauptsächlich Waren verkauft werden dürfen, die mit einem Kraftfahrzeug abtransportiert werden – wie etwa Baumaterial, Elektrowaren, Sportgeräte oder eben Möbel. Für die Zielsetzung des Modehauses Feucht ist diese Widmung jedoch wertlos. In der Projektvorlage steht zur künftigen Nutzung: "das essentiell Neue an dem Konzept besteht in der Schaffung flexibler Verkaufs-, Angebots- und Beratungszonen, die mit Ruhe- und Gastronomiezonen durchmischt werden, und zwar so, dass eine laufende Adaption an die Bedürfnisse der Benutzer und Besucher möglich ist und im Ganzen eine Einrichtung entsteht, die gleichsam ein einheitliches Ganzes erzeugt. Dabei sollen auch Waren angeboten werden, die eine Ergänzung zu dem Sortiment bilden können, wie unter Umständen auch Möbel und dergleichen, wenn sie den Warenkorb sinnhaft ergänzen und in das Konzept des Hauses passen."

Keine Lösung

Im Bauausschuss am 18. Feber wird das Thema neuerlich diskutiert, jedoch kein Beschluss gefasst. Die Widmungsfrage ist nicht nur eine Herausforderung für die Stadtplanung. "Die 'reine' Nutzung nach dem jeweiligen Nutzungstyp des TROG, im Sinne einer 'ausschließlich-typischen' Nutzung eines Einkaufszentrums nur als Typ A oder nur als Typ B, ist schon deshalb ausgeschlossen, weil untergeordnete Nutzungen des jeweils korrespondierenden Nutzungsbereiches auch vom Gesetzgeber her gestattet sind und darüber hinaus komplementäre Nutzungen vorliegen, die weder in den Bereich A noch in den Bereich B fallen, sondern zum Beispiel aufgrund gastronomischer Nutzung bzw. weiter vorhandener Widmungen wie z. B. einer Handelsbetriebswidmung, in Frage kommen können. Das sieht auch das Gesetz vor", liest man dazu in der Projektvorlage des Modeunternehmens.

Zeitfrage

Die Pläne für die 2.170 Quadratmeter Fläche im Erdgeschoss und 4.530 Quadratmeter im Obergeschoss stossen nicht nur auf Zustimmung. So sollen sich beispielsweise der Innenstadtverein und die Pradler Kaufleute wenig begeistert zeigen. Auch das benachbarte Einkaufszentrum DEZ beobachtet aufmerksam die Entwicklung. Mit der Nichtentscheidung im Bauausschuss am 18. Feber über die künftige Widmung bleibt das Gebäude weiterhin leer stehend. Der Bauauschuss tagt im Normalfall monatlich, nach der Entscheidung im Bauauschuss muss der Akt im Gemeinderat vorgelegt werden. Aufgrund des "laufenden Behördenverfahrens" möchte das Haller Modeunternehmen keine Stellungnahme abgeben.

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Das Modehaus Feucht hat ein umfangreiches Konzept vorgelegt.
Autor:

Georg Herrmann aus Innsbruck

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