Schutzmaskenpflicht
Lebensmittelhandel kann die Kosten nicht tragen

Stefan Mair, Lebensmittel-Gremialobmann der Wirtschaftskammer Tirol,
  • Stefan Mair, Lebensmittel-Gremialobmann der Wirtschaftskammer Tirol,
  • Foto: WK/Oss
  • hochgeladen von Sieghard Krabichler

TIROL. Ab spätestens 6. April müssen Konsumenten beim Einkaufen in ausgewählten Supermärkten verpflichtend Mund-Nasen-Schutzmasken tragen - eine Zusatzbelastung für die betroffenen Betriebe. Stefan Mair, Sprecher des Tiroler Lebensmittelhandels, betont, dass die Kosten für den Handel nicht zu stemmen sind.

"Wir tragen gesundheitsfördernde Maßnahmen selbstverständlich gerne mit, können sie aber unmöglich finanzieren", stellt Stefan Mair klar und ergänzt: "Leider gab es im Vorfeld keine Information von der Regierung zu dieser kurzfristigen Verordnung. Dazu kommt, dass die Masken laut dieser Verordnung vom Handel gratis ausgegeben werden müssen. Das heißt, dass der jeweilige Händler die Kosten selber tragen muss. Wir fordern hier dringend Unterstützung seitens der Bundesregierung ein."

Wettbewerbsnachteile verhindern

In der Verordnung ist angeführt, dass Supermärkte, Drogerien und Drogeriemärkte, deren Kundenbereich eine Quadratmeteranzahl von 400 unterschreitet, von der Schutzmaskenpflicht ausgenommen sind. Sie müssen aber natürlich allgemeine Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter sicherstellen, wie regelmäßiges gründliches Reinigen der Hände, Halten eines Abstandes von mindestens einem Meter und Einhaltung von Atemhygiene.
"Wir möchten aber unbedingt verhindern, dass die kleineren Geschäfte einen Wettbewerbsnachteil erfahren und werden, soweit finanziell und logistisch irgendwie machbar, darauf hinwirken, dass die Maskenpflicht hier freiwillig mitgetragen werden kann", betont Mair. Er fordert die Bundesregierung auf, da auch hier eine finanzielle Unterstützung mehr als nur notwendig sei.

Nicht genügend Schutzmasken

Wie viele Schutzmasken für die Umsetzung der Verordnung benötigt werden, ist noch völlig unklar. Dennoch steht fest, dass nach derzeitigem Stand nicht genügend Schutzmasken in Tirol vorhanden sind.

Für die Beschaffung dieser Mund-Nasen-Schutzmasken ist zudem eine gewisse Vorlaufzeit notwendig. "Der Tiroler Lebensmittelhandel wird alle Kräfte mobilisieren, um die entsprechende Menge an Masken zu besorgen. Wie lange das dauern wird, ist derzeit nicht absehbar", so Mair und fährt fort: "Wie wir alle wissen, ist es momentan so, dass Schutzmasken weltweit stark nachgefragt werden und es sich somit äußerst schwierig gestaltet, die benötigten Mengen termingerecht zu bekommen und an die einzelnen Händler liefern zu können. Dazu kommt, dass wir auch in dieser Angelegenheit auf uns allein gestellt sind und keinerlei Unterstützung der Bundesregierung bekommen."

Betriebe berücksichtigen

Der Tiroler Lebensmittelhandel appelliert an die Konsumenten, neben dem Einkauf in den großen Supermärkten auch alle anderen Mitglieder des Lebensmittelhandels wie Kleinbetriebe, selbstständige Kaufleute und regionale Nahversorger, zu berücksichtigen. "Jetzt in dieser schwierigen Zeit müssen wir alle zusammen versuchen, das System mit dem bewussten Einkauf regionaler Produkte zu erhalten", fordert Mair auf, die "Tiroler Wertschöpfung" sicherzustellen. In dieser Situation sei das wichtiger denn je.

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