Interview
"Man muss den gesamten Bereich von Wattens bis Telfs als einen Großraum für den Personennahverkehr betrachten."

WK-Bezirksobmann Patrick Weber über gelungene Initiativen und neue Herausforderungen für den Bezirk Innsbruck-Land.
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WK-Bezirksobmann Patrick Weber über gelungene Initiativen und neue Herausforderungen für den Bezirk Innsbruck-Land.

BEZIRKSBLÄTTER: Herr Weber, welche konkreten Projekte wurden 2019 in die Tat umgesetzt?
Patrick Weber: Die Bezirksstelle Innsbruck-Land setzt jedes Jahr einen Schwerpunkt in einer bestimmten Region. 2019 konzentrierten wir uns auf das Gebiet Zirl, Inzing, Kematen und Umgebung. Gemeinsam mit dem Verein „sal.z.i“ veranstalteten wir beispielsweise das Event „Hallo Drehmoment“. Im Zuge dessen fand in Zirl ein Wirtschaftsforum mit einem Vortrag von Johann Stötter zum Thema „Klimakrise“ statt. Am darauffolgenden Tag duellierten sich 300 Schüler am Gelände der Firma Hollu bei einer Challenge an einzelnen Stationen der lokalen Unternehmen. Anschließend fand ein „Open-Day“ bei den über 40 teilnehmenden regionalen Betrieben statt. Alles in allem war es eine sehr erfolgreiche Veranstaltung, um Alleinstellungsmerkmale, welche jede Region besitzt, hervorzuheben. Eine der wichtigsten Aufgaben der Bezirksstelle ist eine aktive und nachhaltige Standortpolitik. Solche Maßnahmen dienen deshalb nicht nur der Umsatzsteigerung, sondern wirken auch dem Fachkräftemangel entgegen und verbessern die Infrastruktur. Durch die Vernetzung der Unternehmer können Synergien besser genutzt werden und alle gegenseitig vom Know-how des Nachbarn profitieren.

Gibt es langfristige Vorhaben, die im neuen Jahr fortgeführt werden?
Natürlich gibt es wieder eine Schwerpunktregion, in diesem Jahr widmen wir uns dem Stubaital. Wir sind gerade dabei, die Stärken der Region zu erarbeiten, damit wir möglichst bald voll durchstarten können. Wir arbeiten hier mit dem Stubaier Talmanager Roland Zankl sehr gut zusammen. In einem ersten Schritt wird eine Arbeitsgruppe „Wirtschaft“ gegründet, um auch hier eine Veranstaltung zu etablieren, bei welcher Betriebe sich selbst und ihre Lehrberufe präsentieren und untereinander vernetzen können. Doch auch das Thema Umweltschutz geht nicht spurlos an den Betrieben im Bezirk vorüber. Sie investieren bereits in die nachhaltige Entwicklung von vorhandenen Ressourcen, schonende Maschinen und Gebäude. Es wird kaum ein neues Betriebsgebäude ohne Photovoltaikanlage errichtet. Das Bewusstsein und die Bereitschaft unserer Unternehmer für den Umweltschutz sind da. Hier ist die Politik gefragt, denn mit dem richtigen Anreizsystem kann man diese Bereitschaft nutzen, um im Klimaschutz einen wichtigen Schritt nach vorne zu kommen.

Was sind weitere Herausforderungen?
Innsbruck-Land ist ein Bezirk mit starkem Zuzug und Wachstum. In den vergangenen zehn Jahren ist die Bevölkerung im Bezirk um rund 10.000 Bewohner gewachsen. Daher wird auch die Verkehrsentwicklung immer mehr zur Herausforderung für die Wirtschaft und die Bevölkerung. Vor allem in den Ballungsräumen ist der Verkehr größtenteils hausgemacht. Ein Ausbau des öffentlichen Verkehrs sowie eine Vergünstigung des Angebots wären wünschenswert. Speziell in und rund um Innsbruck muss der Nahverkehr besser vernetzt werden. Man muss den gesamten Bereich von Wattens bis Telfs als einen Großraum für den Personennahverkehr betrachten. Besonders in Hinsicht auf den Klimaschutz sollten künftig unnötige Umwege vermieden werden. Ein weiteres Problem in den 65 Gemeinden des Bezirks sind leerstehende Geschäfte, Läden und Wirtschaftsgebäude. Dabei wünschen sich sowohl Bürger als auch Vertreter auf Gemeindeebene einen belebten, lebendigen Ortskern. Doch die Ortskernrevitalisierung kann nur unter Einbeziehung der Regionalpolitik, der Eigentümer und der Wirtschaft vor Ort funktionieren. Hier braucht es für jeden Ort individuelle Ansätze und daher versuchen wir als Bezirksstelle, den Einzelfällen entsprechende Konzepte zu finden. Ich würde mir wünschen, dass wir in ein paar Jahren einige Beispiele präsentieren können.

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