Landwirtschaft & Handel
Sogar Erdnüsse: bunte Bilanz 2018 der Tiroler Gemüsebauern – mit Video!

Alois Schellhorn (Sparte Handel, WK), Wendelin Juen (LK), Direktor Ferdinand Grüner (LK) , Josef Schirmer (Obmann Tiroler Gemüsebauern), Patricia Niederwieser (stellvertretende Spartenobfrau Tiroler Handel), LH-Stv. Josef Geisler und Stefan Mair (Obmann des Tiroler Lebensmittelhandels) (v.l.n.r.)
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  • Alois Schellhorn (Sparte Handel, WK), Wendelin Juen (LK), Direktor Ferdinand Grüner (LK) , Josef Schirmer (Obmann Tiroler Gemüsebauern), Patricia Niederwieser (stellvertretende Spartenobfrau Tiroler Handel), LH-Stv. Josef Geisler und Stefan Mair (Obmann des Tiroler Lebensmittelhandels) (v.l.n.r.)
  • Foto: WKT/Die Fotografen
  • hochgeladen von Arno Cincelli

Beim diesjährigen Gemüsefest wurde über die Erntesaison Bilanz gezogen und eine kleine Tiroler Sensation präsentiert.

TIROL (cia). Erdnüsse aus Tiroler Anbau – diese absolute Neuheit war aber nur einer der Gründe, die beim Gemüsefest heuer zu feiern waren. Nach Frösten in den Vorjahren hatten die Tiroler Gemüsebauern 2018 mit anderen klimatischen Phänomenen zu kämpfen. Vor allem die extreme Trockenheit stellte so manchen Betrieb vor große Herausforderungen. Beim Partnertreffen in der Wirtschaftskammer Tirol konnte dennoch eine zufriedene Bilanz über das heurige Jahr gezogen werden.

„2018 war grundsätzlich ein gutes Jahr für den Tiroler Gemüsebau“, zeigte sich Josef Schirmer, Obmann der Tiroler Gemüsebauern, zufrieden. Die warmen Temperaturen und die vielen Sonnentage haben sich auf viele Gemüsearten positiv ausgewirkt. Was der sehr trockene Sommer allerdings gezeigt habe, ist, dass eine entsprechende Bewässerungsmöglichkeit mittlerweile unumgänglich ist. „Der Mehraufwand ist zwar enorm, aber ohne Bewässerung wird in Zukunft kein Gemüseanbau mehr möglich sein. Hier sind unsere Betriebe sehr innovativ und größtenteils gut ausgerüstet, sodass sich die Schäden durch Dürre in Grenzen gehalten haben. Glücklicherweise blieben wir außerdem von gröberen Starkniederschlägen und Hagel weitgehend verschont.“

Probleme gab es laut Schirmer allerdings durch die temperaturbedingt starke Vermehrung von Schadinsekten. Pilze und Bakterien kamen heuer seltener vor, wodurch eine gesunde und qualitativ gute Ernte eingefahren werden konnte. „Der Dank gilt unseren fleißigen Bauernfamilien und allen Mitarbeitern, die mit viel Know-how arbeiten und unsere Regale so mit hochwertigem, heimischem Gemüse füllen!“

Gelebte Partnerschaft

Das diesjährige Gemüsefest fand nicht ohne Grund in der Wirtschaftskammer Tirol statt: „Als Motto haben wir uns heuer ‚gelebte Partnerschaft‘ gewählt. Denn der Lebensmittelhandel ist unser wichtigster Partner – etwa 80 Prozent der Ernte gehen direkt an Handelsketten und Gemüsehändler“, erklärte Obmann Josef Schirmer. Nur durch diese Zusammenarbeit sei es möglich, die heimische Ware auf kürzestem Weg zu den Tiroler Konsumenten zu bringen. Dass diese die Qualität des Tiroler Gemüse zu schätzen wissen, unterstrich auch LH-Stv. Josef Geisler: „Regionalität ist in den letzten Jahren für die Konsumentinnen und Konsumenten immer wichtiger geworden – das macht sich auch im Sortiment des Lebensmittelhandels bemerkbar! Dabei muss uns bewusst sein, dass die Tiroler Landwirtschaft nicht nur für hervorragende Lebensmittel steht, sondern zugleich eine nachhaltige Bewirtschaftung der wertvollen Böden gewährleistet und damit das Landschaftsbild ganz wesentlich prägt. Kurze Wege sorgen außerdem für eine gute Klimabilanz der Lebensmittel, regionale Wirtschaftskreisläufe werden gestärkt und Arbeitsplätze geschaffen!“

Sensationelle Nüsschen

Jedes Jahr testet die Landwirtschaftskammer neue Sorten und Gemüsearten auf ihre Anbaueignung unter Tiroler Bedingungen. So wird das Sortiment stetig vergrößert. „Heuer gab es Versuche bei Radieschen, Karotten, Brokkoli, Kürbis und Zucchini. Außerdem wurde ein Testanbau von Chilis und verschiedenen Blattkohlarten gestartet“, so LK-Gemüsebaureferent Alfred Unmann.

Ein besonderes Experiment war allerdings der Anbau von Erdnüssen: „Keiner von uns hatte bisher irgendwelche Erfahrungen damit, geschweige denn eine Pflanze gesehen! Das machte den Anbau für uns sehr spannend.“ Auf dem Testfeld in Rum entwickelten sich die Pflanzen dann glücklicherweise sehr schön, die erste Testernte im August hat gezeigt, dass sich an jeder Pflanze etwa 50 Erdnüsse befanden – ein voller Erfolg: „Nach der Ernte mussten die Nüsse getrocknet und geröstet werden. Darauf ist die Firma Ischia spezialisiert und hat deshalb auch unsere ersten Tiroler Erdnüsse veredelt, die wir nun genießen können!“, freut sich Unmann über den erfolgreichen Versuch.

Tiroler Gemüseanbau im Überblick

Die Gesamterntemenge beträgt ca. 30.000 Tonnen, was einen Selbstversorgungsgrad von rund 50 Prozent bedeutet. Auf einer Anbaufläche von rund 1.200 Hektar werden über 60 verschiedene Sorten produziert, wobei sich die Betriebe laufend weiterentwickeln und sich das Sortiment dadurch vergrößert. Die wichtigsten Gemüsearten in Tirol sind: Radieschen, Karotten, Kohlgemüse, Bundzwiebeln, Zucchini und Porree. Bei Versuchen der Landwirtschaftskammer wurden in den letzten Jahren aber auch schon Andenbeeren, Artischocken, verschiedene Kürbissorten und Melonen erfolgreich angebaut!

Alois Schellhorn (Sparte Handel, WK), Wendelin Juen (LK), Direktor Ferdinand Grüner (LK) , Josef Schirmer (Obmann Tiroler Gemüsebauern), Patricia Niederwieser (stellvertretende Spartenobfrau Tiroler Handel), LH-Stv. Josef Geisler und Stefan Mair (Obmann des Tiroler Lebensmittelhandels) (v.l.n.r.)

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