Neue Regelung
Sperrstunde für die Gastro um 22 Uhr

Die Gastronomie muss um 22 Uhr Sperrstunde machen.
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  • hochgeladen von Georg Herrmann

INNSBRUCK. Tirol, Salzburg und Vorarlberg legen die Sperrstunde auf 22 Uhr in der Gastronomie fest. Die Maßnahme soll vorerst auf drei Wochen befristet sein und mit kommenden Freitag in Kraft treten. Bisher mussten die Lokale um 1.00 Uhr schließen.

Verordnung

Die lokalen Maßnahmen werden durch eine Verordnung des Gesundheitsministerium ermöglicht und von der Regierung auch unterstützt. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) nannte es in der gemeinsamen Aussendung „gut”, dass drei Bundesländer bei der Vorverlegung der Sperrstunde vorangingen. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hofft, dass andere Bundesländer, insbesondere jene mit hohen Infektionszahlen, diesem Beispiel folgen, so der VP-Chef wohl mit Blick auf Wien. Für Tirols Landeshauptmann Platter ist klar, dass die erneute Einschränkung für die ohnehin gebeutelte Gastronomie ein schwerer Schlag sei: „Wir müssen diese Maßnahme aber ergreifen, um die Infektionszahlen in den Griff zu bekommen und wieder abzusenken.” Bei der Auswertung der verschiedenen Cluster habe sich deutlich gezeigt, dass gerade zu später Stunde die Eigenverantwortung stark abnehme: „Mit der Einschränkung der Sperrstunde sehen wir uns gezwungen, dieser Entwicklung entgegenzuwirken.”

Ab Freitag

Gastronomiebetriebe in Tirol müssen ihre Pforten zukünftig statt um 1 bereits um 22 Uhr schließen – diese Regelung tritt mit kommendem Freitag, 25. September 2020, in Kraft. Die Maßnahme erfolgt im Gleichklang mit den Bundesländern Salzburg und Vorarlberg und ist vorerst für drei Wochen befristet: Die Landeshauptleute der West-Achse sind unter Einbeziehung der ExpertInnen übereingekommen, die Sperrstunde aufgrund der steigenden Infektionszahlen – die vielfach auf Infektionsketten in Zusammenhang mit Bar- oder Clubbesuchen bzw. sonstige Feierlichkeiten zurückzuführen sind – vorzuverlegen. LH Günther Platter, LHStvin Ingrid Felipe, Wirtschaftskammerpräsident Christoph Walser und Elmar Rizzoli vom Einsatzstab CORONA informierten heute, Dienstag, im Rahmen eines Pressetermins zu den aktuellen Maßnahmen.

Signal

„Die West-Achse trifft im Gleichschritt Regelungen, die durchaus strenge Maßnahmen sind – vor allem für die bereits in der Vergangenheit von der Coronakrise hart getroffene Gastronomie. Dennoch gilt dies auch als Signal: Die befristete Maßnahme ist notwendig, um die Gesundheitslage wieder in den Griff zu bekommen. Über 50 Neuinfektionen pro Tag sind zu viel. Ebenso 107 Coronavirus-Infektionen, die beispielsweise im Zusammenhang mit einem einzigen Nachtlokal in Innsbruck stehen. Wie die Zahlen belegen, kann eine infizierte Person eine massive Infektionskette auslösen. Ich bitte hier auch die Gastronominnen und Gastronomen um Verständnis: In den kommenden drei Wochen geht es darum, die Infektionszahlen wieder zu senken, um in einen guten Herbst und Winter zu starten, welche ohnehin sehr herausfordernd werden“, so LH Platter.

Vorsichtsprinzip

Geregelt wird die Vorverlegung der Sperrstunde in Tirol, Vorarlberg und Salzburg über eine Verordnung des Gesundheitsministeriums. Die Vorgehensweise wurde eng mit der Bundesregierung abgestimmt – vonseiten des Bundes wird auch in der künftigen Maßnahmenverordnung vorgesehen, dass die Bundesländer schärfere Maßnahmen treffen können. „Wir müssen aus den Erfahrungen der vergangenen Monate lernen und nach dem Vorsichtsprinzip handeln, noch bevor es zu einem weiteren Anstieg der Infektionszahlen kommen kann. Unter enger Einbindung des Bundes haben wir uns für diese unangenehme, aber verantwortungsbewusste Maßnahme entschieden“, sagt LHStvin Felipe und appelliert an die Menschen in Tirol: „Auch im privaten Bereich gilt es unbedingt achtsam zu sein, um das Virus einzudämmen und vorausschauend im Sinne aller zu handeln.“ Einen Appell an die UnternehmerInnen richtet Wirtschaftskammerpräsident Walser: „Ich habe mich mit den Wirtschaftskammerpräsidenten der drei Länder abgestimmt: Es müssen Schritte gesetzt werden, auch angesichts drohender Reisewarnungen für Tirol. Die nun getroffenen Maßnahmen sind ein großer Einschnitt, der weh tut. Die Unternehmerinnen und Unternehmer bitte ich dennoch, diese Maßnahmen mitzutragen, um gemeinsam die Infektionszahlen wieder in den Griff zu bekommen – auch im Hinblick auf die bevorstehende Wintersaison; die Bevölkerung bitte ich, gemeinsam achtsam zu sein, damit weitere Maßnahmen vermieden werden können.“

Kontrollen

Bereits am vergangenen Wochenende wurden zahlreiche Gastronomiebetriebe in Tirol kontrolliert. „Die Erfahrungen haben gezeigt, dass vor allem mit fortschreitender Zeit die Disziplin der Menschen abnimmt. Aufgrund der derzeitigen Zahlen ist Handlungsbedarf gegeben – aus fachlicher Sicht sind die Maßnahmen gerechtfertigt und notwendig. Wir werden die kommenden drei Wochen genau beobachten und analysieren“, sagt auch Elmar Rizzoli vom Einsatzstab CORONA.

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