04.06.2017, 13:53 Uhr

Dido und Aeneas

Sie trägt Goldmanschette, er Schwimmweste: damit war das Ende von Dido und Aeneas gleich zu Beginn absehbar. (Foto: Aichner/Fotowerk)
Innsbruck: Tiroler Landeskonservatorium |

Opernklasse und Orchester des Konservatoriums zeigten, wie erfrischend jung Oper sein kann.

Die erste belegte Aufführung von Purcells „Dido und Aeneas“ soll tatsächlich 1689 in einem Mädchenpensionat gewesen sein. Nun, aufgrund ihrer knackigen Kürze – die Oper dauert grad mal eine Stunde – war sie natürlich seit jeher prädestiniert für Studierende. Wenn die Inszenierung dann noch so unprätentiös und originell daherkommt wie jetzt in der aktuellen KonsOper, dann wird einem wieder mal klar, wie leicht man doch auch Menschen zur Oper verführen könnte, die mit dem klassischen Musiktheater wenig bis gar nicht vertraut sind, ganz gleich ob sie nun jung sind oder schon älter. Man muss nur wissen, wie. Denn allein wie raffiniert Regisseurin Mareike Zimmermann und ihre Ausstatterin Andrea Kuprian die Studierenden und somit auch das Publikum ins Stück hineinlocken, lässt einen innerlich jubeln. Die Oper wird bei ihnen zu einem Spiel im Spiel.

Schon beim Einlass lümmeln drei junge Frauen in Shirts und Jogger auf der Bühne, lesen sich erst wechselnd aus Reclamheftchen Passagen aus der Oper vor, bringen sie dann für sich auf den Punkt, eine trägt Ingeborg Bachmanns „‚Gestundete Zeit“ vor. Schließlich erscheinen die anderen Darsteller/innen und der Chor mit Stangen, Schwimmwesten, Glitterstoff und Samtkleidern für Dido und ihre Vertrauten. Sie ziehen sich um, erbauen sich wie nebenbei ihre Bühnenbilder, zeigen dabei nicht nur eine unglaubliche Spielfreude, sondern singen auch noch atemberaubend schön. Dorian Keilhack, Leiter der Opernklasse, dirigiert seine Elev/innen. Und zuletzt ist man einfach nur hingerissen von soviel jugendlicher Frische.
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