13.08.2016, 15:47 Uhr

Urlaub DAHEIM: Leben und Arbeiten - wo andere Urlaub machen...

Innsbruck: Höttinger Gasse |

Innsbrucker Alltagsgeschichten: LUXUS de luxe pur:
Am Ende eines Arbeitsblockes den Computer herunterfahren und sich strecken und recken und in sich hineinhorchen: Hunger. Verspannung. Ratlosigkeit: "Was tun, mit dem restlichen Tag?"
Für eine Wanderung auf die Nordkette ist es zu spät. Zu einem Besuch bei einer Bekannten keine Lust. Essen kochen zu langweilig. Aber: Lust auf einen kleinen Kurzurlaub in der City.


Also: Rein in die Klamotten und Schuhe, raus durch die Wohnungstür, zweimal links ums Eck - und fünf Minuten später überquere ich die Innbrücke, tauche ein in das Multi-Kulti der weltberühmten Innsbrucker Innenstadt, in ein kleines Meer von Gastgarten-Schirmen und Menschen aus allen Nationen. Musik liegt in der Luft, ach ja, Festwochen der Alten Musik! Im Erker unter dem Goldenen Dachl spielen sechs Musiker mit Pauken und Trompeten alte Musik zum Nulltarif. Darunter stehen staunende ethnisch durchmischte Menschentrauben, den Blick und das I-Phone oder I-Pad oder die Kamera nach oben gerichtet. In den Gastgärten der angrenzenden Restaurants und Cafés unterhalten sich die Menschen in der angenehmen Musikkulisse. Die Künstler: Maler, Seifenbläser, Pantomimen als Silberfrau oder als Charly Chaplin hoffen auf ein paar Münzen oder einen Bildverkauf. Ich genieße die Stimmung, bis mich nach einer Weile mein Magenknurren daran erinnert, dass ich ja eigentlich Hunger habe. Ich schlendere durch die Seiler- und Kiebachgasse ins Mamma Mia und kaufe meine Lieblingspizzaschnitte - am Pappteller und "bitte" geschnitten. Essend schlendere wieder zum Goldenen Dachl zurück, denn Essen ohne Tischmusik ist hier nicht stilecht!

Nach diesem Freilusftdinner ein kleiner Abstecher in den Dom... Einkehr und Nachdenken, schnell ein Foto "klauen", denn neuerdings kostet das Fotografieren hier nämlich 1 €. Aber in der Berufungskapelle ist kein Aufpasser, sodass ich kurz später mit meiner Pixelbeute Richtung Hofgarten entschwinde. Rein in die wirklich bemerkenswerte Parkkultur der Habsburger. Gut, dass in der Altstadt und im Hofgarten das Fotografieren noch OHNE Fototicket möglich ist!

Im Hofgarten warten herrliche Motive mit Teich, Brunnen, Bäumen, Wiesen, Beeten und Blüten... bis schließlich Müdigkeit aufkommt. Genug vom Sight-seeing, ich will nach Hause - aber nicht, ohne noch schnell ein paar neue Winkel von St. Nikolaus kennen zu lernen: Zentrum 107, Fallbachgasse, Weiherburggasse, vorbei am Schloss Büchsenhausen und zurück nach Hötting durch die Riedgasse, die derzeit eine Dauerbaustelle ist. Alte, bröckelnde Fassaden neben sanierten Altbauten und wenig passenden Neubauten, dann ein letzter Schwenk in die Höttinger Gasse - heim.

Aber noch ist nicht Schluss: Ein spiritueller Tagesabschluss wäre bei dieser Location wohl angebracht. Und weil die Zeit passt, bringe ich meinen Rucksack mit der Kamera in die Büro-Wohnung, zieh mich um und besuche die Sabbat-Andacht der Adventisten. In der Höttinger Gasse ist das Angebot an verschiedensten Kirche erheblich: Biblisches Thema heute: Unsere Wohnung im Himmel.

Na, nach dem frommen Abschlusslied beschließe ich: Das eilt noch nicht, meine Wohnung im Hier und Jetzt passt doch perfekt - und ich erfreu mich an den Pflanzen auf den Fensterbrettln und beende mit etwas Lernen den Kurzurlaub DAHEIM.
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