03.07.2017, 09:01 Uhr

Es ist schön, solche Freunde zu haben

Galaabend der Katholischen Jungschar zum 70-Jahr-Jubiläum im Haus der Begegnung: v.l. Diözesanadministrator Jakob Bürgler, Michael Schallner (Geschäftsführer KJS Innsbruck), Theresa Auer (1. Vorsitzende Katholische Jungschar Innsbruck), Landesrätin Beate Palfrader und Vizebürgermeister Christoph Kaufmann (Foto: Gstaltmeyr)

Galaabend zum 70-Jahr-Jubiläum der Katholischen Jungschar Innsbruck

INNSBRUCK (dibk). Die Katholische Jungschar Innsbruck feierte in diesen Tagen ihr 70-Jahr-Jubiläum. Den Auftakt machte am vergangenen Wochenende das Riesen-Kinder-Geburtstagsspielfest statt – mehr als 600 BesucherInnen zeigten sich von der „Zirkus-Show“ im Innsbrucker Rapoldipark begeistert.

Den zweiten Höhepunkt der Festlichkeiten bildete am Freitag der Galaabend für alle aktiven und ehemaligen JungscharlerInnen sowie UnterstützerInnen der Jungschar im Haus der Begegnung Innsbruck. Knapp 200 JungscharlerInnen und Förderer der Einrichtung aus allen Jahrzehnten waren der Einladung gefolgt.

Bürgler: Jungschar steht für Stabilität und Dynamik, ein gutes Fundament, Jungschar hält das innere Licht wach

Beim Gottesdienst unter freiem Himmel zeichnete Diözesanadministrator Jakob Bürgler in seiner Predigt drei Bilder: Der lebendige Stein. Das Fundament. Das Licht.
Bürgler: „Vielleicht macht das Bild vom ‚lebendigen Stein‘ einen zweifacher Gedanke deutlich: Es geht um Stabilität und um Dynamik. Beides gehört für eine Gemeinschaft zusammen. Jungschar steht für beides: Für Stabilität und Dynamik. Ich bin sehr dankbar und stolz, dass unsere Jungschar einen festen Rahmen bildet, eine starke Organisation, die sich wie ein großes und dichtes Netz über die ganze Diözese spannt. Das bedeutet Stabilität. Und dazu zeichnet sich die Jungschar durch eine frische Dynamik aus. Immer wieder werden neue Wege beschritten, neue Ideen ausprobiert, bricht sich aus dem Inneren der Gemeinschaft eine lebendige Dynamik. Diese Dynamik ist ein Hoffnungszeichen für eine lebendige Kirche der Zukunft.“

Bürgler weiter: „Das zweite Bild ist das Bild des Fundamentes. Ein für sich sprechendes Bild. Wer ein Haus baut, muss gut auf das Fundament achten.
Das Fundament der Jungschar ist vor 70 Jahren gelegt worden. Und allein die vergangenen guten und intensiven und lebendigen 70 Jahre sind ein Beweis dafür, dass das Fundament gut gelegt worden ist, dass gute Baumeister am Werk waren, dass achtsame Menschen immer wieder an den Grundlagen, an dem, was das ganze trägt, gearbeitet haben. Und auch das Dach ist stabil. Ich möchte das Dach der Jungschar vergleichen mit einem Segensdach, das über unser Leben und Arbeiten von Gott her gespannt ist. Die Jungschar durfte erfahren, dass Gott die Mühe und den Einsatz segnet, dass er wie ein Segenszelt über allem steht. Dafür wollen wir heute innig danken und gleichzeitig weiterhin um Segen bitten.“

Bürgler abschließend: „Und schließlich als drittes Bild das Licht. Wir sind von Gott in sein wunderbares Licht gerufen worden, sagt der Petrusbrief.
Es ist der gute Dienst der Jungschar, das innere Licht in Erinnerung zu rufen und wach zu halten. Es geht um die religiöse Dimension unseres Handelns und unseres Auftrags. Unsere Kernaufgabe ist es, auf das Licht zu verweisen, Hinweisschilder für das Licht zu sein. Ich möchte allen Verantwortlichen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Jungschar für diesen religiösen Dienst danken, denn er ist so wichtig für die Zukunft der Kinder.“

Mit dem Diözesanadministrator zelebrierten Regens Roland Buemberger und Diözesanjungscharseelsorger Kidane Wodajo Korabza den Gottesdienst.

PolitikerInnen erinnern sich mit „Gratulationen in 70 Sekunden“

Die Zahl 70 spielte den ganzen Abend und beim Festakt eine zentrale Rolle. Die Ehrengäste waren eingeladen ihre Grußworte in 70 Sekunden zu halten.
Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe erinnerte sich an ihre Zeit als „widerständige“ Ministrantin. Sie dankte den Verantwortlichen für den Raum, den sie Kindern geben, „egal aus welchem Haus sie kommen.“ Felipe: „Auch wenn ich mein Band etwas abgeschnitten habe, fühle ich mich immer willkommen.“

Landesrätin Beate Palfrader spielte in ihrer Kurzrede mit der Zahl 7 und dankte für das großartige Engagement der Jungschar. „Ich gratuliere zu einem großartigen Engagement in den vergangenen 70 Jahren und wünsche der Jungschar noch weitere 7 mal 70 Jahre Erfolg!“

Vizebürgermeister Christoph Kaufmann dankte im Namen der Stadt Innsbruck für 70 erfolgreiche Jahre, in denen die Jungschar die Kinder in den Mittelpunkt stellen. Kaufmann bedankte sich im Besonderen für die übernommene Patenschaft der Jungschar für das Flüchtlingsheim Im Innsbrucker Stadtteil Saggen. Er selbst erinnerte sich an seine Jungscharzeit in der Pfarre Neu-Rum und seine vorzeitige Abreise von einem Lager, weil er statt einem Bienennest in ein Wespennest gegriffen hatte.

Rathgeb überbringt Glückwünsche der Diözese

Für die Diözese Innsbruck überbrachte Seelsorgeamtsleiterin Elisabeth Rathgeb die Glückwünsche. Sie zerlegte das Wort „katholisch“ in ihre Einzelbuchstaben und meinte: K steht bei der Jungschar für kreativ und kritisch, A für aktiv in fast allen Pfarren, T für tief verwurzelt in der Botschaft Jesu, H steht für humorvoll, O für originell, L für lebendig und liebenswert, I für integrativ und initiativ, S zeigt die Solidarität und die Sternsinger, C für christlich und H für hoffnungsvoll und Hoffnungszeichen.
Rathgeb: „Ich danke allen für ihren Einsatz und wünsche viel Erfolg und Gottes Segen für zumindest weitere 70 Jahre.“

Dallinger, Katholische Jungschar Österreich: Wünsche Mut, Gottes Segen und Raum

Die Vorsitzende der Katholischen Jungschar in Österreich, Sara Dallinger, überbrachte die Wünsche aus der Zentrale in Wien: „Drei Wünsche liegen mir für die Jungschar besonders am Herzen: Mut, Gottes Segen und Raum.“
Dallinger erklärt: „Ich wünsche der Jungschar Mut, die große Expertise, die sie hat, nach außen zu tragen und immer wieder die Anliegen und die Sichtweise der Kinder in Kirche und Gesellschaft einzubringen.“ Dazu gehöre auch der Mut zur Selbstreflexion und Kritikfähigkeit, den eigenen Weg zu prüfen und immer wieder zu schauen, ob die Kinder in der Arbeit der Jungschar in der Mitte stehen.
Dallinger weiter: „Ich wünsche der Jungschar Gottes Segen für all die Aktivitäten, die Entscheidungen und die gemeinsame Arbeit mit den Kindern.
Die Bundesvorsitzende zum Schluss: „Ich wünsche der Jungschar Raum auf allen Ebenen, um sich zu entfalten. Mögen sich Kinder, Jugendliche, junge und junggebliebene Erwachsene auch in all den zukünftigen Jahren weiterhin in der Jungschar entfalten, Glauben miteinander erleben und Verantwortung für Kirche und Gesellschaft übernehmen können.“

Mit Begeisterung und bei bester Stimmung wurde zum Abschluss des kurzweiligen Festakts das Jungscharlied „Es ist schön, solche Freunde zu haben“ gesungen.
Den langen Ausklang des Abends bildeten ein Gruppenfoto, ein gemeinsames Abendessen sowie Unterhaltung und Tanz bis in den Morgen.
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