27.10.2016, 09:29 Uhr

Tiroler Bündnis gegen Depression: "Tabu Suizid - Wir reden darüber"

Das Tiroler Bündnis gegen Depression veranstaltet gemeinsam mit dem Haus der Begegnung in Innsbruck am 5. November 2016 die Fachtagung "Tabu Suizid - Wir reden darüber".
Innsbruck: Haus der Begegnung |

Das Tiroler Bündnis gegen Depression veranstaltet gemeinsam mit dem Haus der Begegnung in Innsbruck am 5. November 2016 die Fachtagung "Tabu Suizid - Wir reden darüber".

Im Jahr 2014 starben in Österreich 1313 Personen durch Suizid. „Häufig gehen einem Suizid mehrere Versuche voraus. Betroffen sind nicht nur jene Menschen, die sich zum Suizid entschließen, sondern auch deren soziales Umfeld. Verwandte, Freundeskreis, KollegInnen und Betreuungspersonen haben gemeinsam mit ihnen manchmal jahrelang gekämpft, gerungen, sie unterstützt, Hilfe organisiert und alles getan, um ‚das Äußerste’ zu verhindern. Das gelingt oft, aber nicht immer. Hilflos bleiben die Hinterbliebenen zurück mit der Frage nach dem Warum, dem Verlassen-Sein, manchmal auch mit Schuldgefühlen“, berichtet Univ.-Prof. Dr. Hartmann Hinterhuber vom Tiroler Bündnis gegen Depression.

„Die Tabuisierung der ‚Selbsttötung’ und das damit verbundene Schweigen machen die Last für die Hinterbliebenen noch drückender. Die Tagung dient dem Informations- und Erfahrungsaustausch und bietet einen Begegnungsraum für Hinterbliebene und beruflich von dem Thema Betroffene. Wir reden über die Themen Suizid, Krisen, Trauer und psychische Krankheit und durchbrechen so den Kreislauf Tabu – Einsamkeit – Schmerz“, so Univ.-Prof. Dr. Christian Haring, Primar des Psychiatrischen Krankenhauses des Landes Tirol und Referent bei der Tagung.

Die Fachtagung richtet sich an Menschen, die mit Suizidankündigung konfrontiert sind, einen Menschen durch Suizid verloren haben, einen Menschen nicht vom Suizid abhalten konnten oder Zeugen eines Suizids geworden sind: Angehörige, FreundInnen sowie beruflich von dem Thema Betroffene, wie PsychiaterInnen, PsychotherapeutInnen, (Haus-) ÄrztInnen, Pflegepersonen, BegleiterInnen, Psychosoziale BeraterInnen, MitarbeiterInnen von Feuerwehr, Polizei, Rettung.

Themen und ReferentInnen

• Ein Schatten auf dem Leben – Hinterbliebene nach Suizid (Dr. Claudius Stein)

• Suizidalität – Wie erkennen? Was tun? (Ao. Univ.-Prof. Dr. Eberhard A. Deisenhammer)

• Suizidprävention (Univ. Prof. Dr. Christian Haring)

• Professionelle HelferInnen und Hinterbliebene nach Suizid – Komplexe Bedürfnisse und schwierige Bedingungen für eine gelungene Kommunikation (Dipl.-Soz.-Päd. Elisabeth Brockmann, Mag. Dr. Regina Seibl)

• Suizid – Trauer der Hinterbliebenen (Sissy Hanke, Rita Haller-Kerschbaum)

• Kinder als Hinterbliebene nach einem Suizid (Mag. Gertrud Larcher)

• Musiktherapeutisches Seminar: Suizid und Zwischenreich – Eine musikalische Jenseitsreise (Mag. Denis Mete)

• Warum bloß nimmt sich jemand das Leben? Ein Überblick über Suizidmodelle (Priv.-Doz. Dr. Martin Plöderl)

• Suizid – was hilft, was schadet den Angehörigen in dieser spezifischen Situation der Trauer? (Mag. Dr. Gerhard Waibel)


Termin und Ort

Samstag, 5. November 2016, 9.00 - 17.00 Uhr Haus der Begegnung, Rennweg 12, Innsbruck. Kostenbeitrag: € 80,-- inkl. Mittagessen. Anmeldung: 0512 / 58 78 69 oder hdb.kurse@dibk.at
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