05.01.2018, 21:09 Uhr

6. Jänner, das Fest der Erscheinung des Herrn

Der auferstandene Jesus erscheint Maria Magdalena (Foto: LDS)
Innsbruck: Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) | Die Christenheit feiert am 6. Jänner das Fest der Erscheinung des Herrn (Epiphanias). Im Volksmund wird der Tag auch als Tag der Heiligen drei Könige bezeichnet. Der Geschichte nach folgten die Weisen aus dem Morgenland dem Stern, der sie zum Jesuskind führte. Dieses Kind, so in ihrer Deutung, ist der neugeborene König der Juden, die menschliche und leibliche Manifestation (Erscheinung) Gottes auf Erden.

Das Fest in seiner Entstehungsform

Schon im antiken Griechenland gab es ein Fest namens Epiphanias, was das Erscheinen einer Gottheit bedeutete. Damals wurden an diesem Tag alle Bildnisse der griechischen Götter zur Schau gestellt. Für die Römer bedeutete die Epiphanie (Gotteserscheinung) nichts anderes als die glückverheißende Ankunft des römischen Herrschers in einer Stadt. Die abrahamitischen Völker berichten von den Erscheinungen Gottes, wie zum Beispiel jene dem Mose auf dem Berg Horeb. Die frühen Christen bezogen wiederum das Fest Epiphanias auf Jesus Christus, dem auferstandenen Sohn Gottes. Damals war nicht nur die Erinnerung an sein göttliches Wirken zu Lebzeiten, sondern auch die Erinnerung an sein Erscheinen an mehreren Plätzen nach seinem Tod noch ganz frisch und lebendig.

Die Erscheinung Jesu Christi nach seinem Tod

Dass Jesus Christus, wie viele Verurteilte der damaligen Zeit, den Kreuzestod erlitt, war für seine Anhängerschaft ein herber Verlust. Es bedeutete, dass die Manifestation Gottes, das Erscheinen Gottes im Fleisch, ein jähes Ende fand. Die Gemeinde war durch die Verurteilung und die Hinrichtung Jesu stigmatisiert und die Jünger mussten aus Schutz vor Verfolgung und Gefangennahme untertauchen. Gott wäre nicht Gott, hätte er sich nicht der prekären Situation seiner Gläubigen angenommen. Er musste wieder Erscheinen, um der jungen Kirche Mut und Rückhalt zu geben. Deshalb erschien er nicht nur Maria an seinem Grab, sondern auch den Jüngern in ihrem Unterschlupf und an verschiedenen anderen Orten, um sich als lebendiger, auferstandener Gott zu manifestieren.

Mormonen gedenken auch anderen Erscheinungen Jesu

An all dies Glauben die Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) auch. In ihren zusätzlichen Heiligen Schriften wird jedoch noch von vielen anderen Erscheinungen Jesu Christi berichtet. So erschien Jesus bald nach seiner Auferstehung mehrfach auch Menschen im präkolumbianischen Amerika, um von seiner Göttlichkeit den dort versammelten Menschen Zeugnis zu geben und um ihnen zu dienen. Bildhafte Darstellung:
Des Weiteren erschien Jesus im Jahre 1820 dem damals 14 jährigen Joseph Smith, um ihm in seiner Glaubensnot weiterzuhelfen. Weitere Erscheinungen folgten, als der Prophet 10 Jahre später die Kirche Jesu Christi in seiner ursprünglichen Form wiederherstellen sollte.

Wird Christus wieder erscheinen?

Die Christen im generellen glauben daran, dass sich Jesus Christus wieder Manifestieren wird. In den Schriften wird dies als sein Zweites Kommen bezeichnet. Er wird demnach zu einer von ihm bestimmten Zeit wiederkehren, um die Welt vor dem Untergang zu retten, die Rechtschaffenen zu sammeln und ein Millennium lang auf Erden als König der Könige zu regieren. Wann dies geschieht, weiß nur er. Es heißt aber er komme so unerwartet, wie der Dieb in der Nacht. Die Schriften empfehlen jedoch, dass die Menschheit sich auf dieses zukünftige Fest der Erscheinung des Herrn vorbereiten solle.
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