02.12.2017, 14:36 Uhr

Feierliche Bischofsweihe - Freudestrahlen zum Adventbeginn

"Geht, heilt und verkündet!" In einer stimmigen, großen Messfeier wurde der fünfte Bischof der Diözese Innsbruck MMag Hermann Glettler geweiht. (Foto: Diözese Innsbruck)
Innsbruck: Tirol |

Eindrucksvolles Zeugnis christlichen Glaubens am "Andersort" Olympiahalle ---

Dr. Gudrun Walter, die Leiterin der Ordinariatskanzlei der Diözese Innsbruck verlas vor  Tausenden von Mitfeiernden in der Innsbrucker Olympiahalle die Ernennungsurkunde, durch die der Papst den neuen Bischof von Innsbruck ins Amt berufen hatte:
Franziskus, Bischof und Diener der Diener Gottes
entbietet seinem geliebten Sohn Hermann Glettler aus dem Klerus der Diözese Graz-Seckau, bislang dort Bischofsvikar, als dem nunmehr erwählten Bischof von Innsbruck, Gruß und Apostolischen Segen.
„Wie die Berge es rings umgeben, so ist der Herr um sein Volk, von nun an auf ewig“ (Ps 125,2). Diese Worte aus den Psalmen kommen mir in den Sinn, wenn ich an die Stadt Innsbruck und die Menschen der Diözese Innsbruck denke, die nach der Versetzung des verehrten Bruders Manfred Scheuer auf den Bischofssitz von Linz derzeit auf seinen Nachfolger warten.
Ich weiß um deinen Einsatz für die Armen und Notleidenden, für die Seelsorge sowie für die Neuevangelisierung. Ich weiß um deine geistliche Lebensführung wie auch um deine umfassende theologische wie auch allgemein menschliche Bildung. Auf dich fällt mein Blick und dich erachte ich als den Geeigneten für das Amt des Vorstehers dieser Diözese.
Auf Vorschlag der Kongregation für die Bischöfe ernenne ich dich deshalb kraft meiner Apostolischen Vollmacht zum Bischof der Diözese Innsbruck. Zugleich übertrage ich dir alle Rechte und Pflichten, die mit diesem Amt verbunden sind.
Gegeben zu Rom, bei Sankt Peter, am 27. September im Jahr des Herrn 2017, dem fünften Jahr meines Pontifikats.
Papst Franziskus
Die Verlesung der Urkunde war der erste Höhepunkt einer sehr bunten, stimmigen liturgischen Feier zur Weihe von MMag. Hermann Glettler zum fünften Bischof der jungen Diözese Innsbruck.

Weihegottesdienst mit persönlichen Akzenten Bischof Hermanns

Bemerkenswert war, dass die heilige Messe nicht mit dem Schuldbekenntnis begann. Nachdem die Eltern des Weihekandidaten und dessen Taufpatin dem kommenden Bischof noch vor der Eröffnung das Kreuz auf die Stirn gezeichnet hatten, wurde dieses Zeichen aufgegriffen zum Gottesdienstbeginn. Die Tauferinnerung statt des Schuldbekenntnisses erinnerte die versammelte Gemeinde an die priesterliche, königliche Würde jedes Menschen, die Christus uns erwirkt hat.
Viele Kleinigkeiten machten die Weihe zu einem umfassenden, ergreifenden Fest: Die wunderbare Gestaltung des Altarraumes – schlicht aber ausdrucksstark -, die Schlichtheit von Messgewand, Mitra, Stab, Kreuz und Ring des Bischofs, die vom evangelischen Superintendenten Dantine vorgetragene Paulus-Lesung, die frohmachende Bereitung der Gaben, angeführt von der afrikanischen Gemeinde Tirols, die Vielfalt des Liedgutes, das zum Einsatz kam, die Kommunionausteilung an die Behinderten durch den neuen Bischof und so manches mehr.

Bischof Manfred führt mit großer Weisheit hin zur Weihe

Brillant führte die Predigt von Manfred Scheuer, dem Vorgänger Glettlers auf dem Innsbrucker Bischofsstuhl in das Verständnis vom Dienst eines Bischofs ein. Der Dogmatiker Bischof Manfred unterstrich, dass in unserer Gesellschaft an der Oberfläche ein Grabesschweigen über Gott verordnet sei, allerdings in der Tiefe die eigentlichen Kämpfe geführt würden. So ist der Bischof heute mehr denn je an „Anders-Orte“, an „Fremd-Orte“ gesandt. Die Bischofsweihe in der Olympiahalle würdigte Scheuer als markantes Zeichen dieser Sendung eines Bischofs in unseren Tagen. Um wesentlich zu bleiben wünschte Bischof Manfred seinem Nachfolger Hermann die unkompliziertesten und ehrlichsten Fragesteller: „…Kinder, die dich vom Schreibtisch holen und segnen…!“
Der päpstliche Nuntius Zurbriggen löste die letzten Anspannungen über das lange Warten auf den Bischof mit dem abgewandelten Sprichwort: „Gottes Mühlen mahlen langsam und die im Vatikan ganz anders!“ in Lachen auf. Mit einem fröhlichen Fest fand der Weihegottesdienst seine Fortsetzung am Nachmittag.
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Martin Frank Riederer OPraem aus Landeck | 03.12.2017 | 16:47   Melden
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Martin Frank Riederer OPraem aus Landeck | 03.12.2017 | 16:48   Melden
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