30.11.2017, 16:41 Uhr

10 Jahre politische Tätigkeit: Ein Interview mit Christine Baur

Zehn Jahre Politik war der Plan von LR C. Baur. (Foto: Noggler)

Christine Baur will auf jeden Fall als Soziallandesrätin verlängern – das behauptete sie vor einigen Monaten noch gegenüber der Tiroler Tageszeitung. Dazu kam es dann doch nicht, denn die Sistranserin kündigte an, demnächst auf der Grünen-Landesliste nicht mehr antreten zu wollen.

BEZIRKSBLÄTTER: Wie geht es nach dieser Nachricht für Sie weiter?
Christine Baur: Ich habe in meinem Berufsleben alle zehn Jahre mein Tätigkeitsfeld verändert: 10 Jahre Studium und Kinder, 10 Jahre Universitätsassistentin, 10 Jahre Gleichbehandlungsanwältin und nun 10 Jahre in der Politik. Die nächsten 10 Jahre werde ich selbständig als Mediatorin, Coach und Vortragende weiter arbeiten.

Kürzlich haben Sie noch gesagt: "Wer könnte den Job so gut machen wie ich?" Was hat sich geändert?
Ich glaube immer noch, dass ich diese Arbeit gut mache und ich habe sie auch gern gemacht. Meine Entscheidung, es auf 10 Jahre anzulegen, ist 10 Jahre alt.

Wie blicken Sie auf Ihre Tätigkeit als Soziallandesrätin zurück?
Es war für mich eine Herausforderung, in diesem Feld politische Verantwortung zu übernehmen. Es ist einiges gelungen: Delogierungspräventionsstelle, Absicherung der Sozialvereine, Erweiterung der Notschlafstellen und vieles mehr.

Und die großen Herausforderungen?
Ich habe Gesetze zu vollziehen, die meinen Wertvorstellungen oft nicht entsprechen. Besonders in der Grundversorgung für Menschen auf der Flucht war und ist die Herausforderung sehr groß.

Die FPÖ kritisiert Sie in Ihrer Tätigkeit als Soziallandesrätin, besonders in Angelegenheiten, die die TSD betreffen: In welchen Kritikpunkten hat die FPÖ recht und welche sind Ihrer Meinung nach aus der Luft gegriffen?
Darauf kann ich nur sagen: Wenn man viel tut, macht man auch Fehler. Die Gründung der TSD war aber eine richtige Entscheidung.

Sind Sie nach Ihrer Entscheidung, nicht mehr anzutreten, erleichtert oder wehmütig?
Es hat immer viele Facetten. Einerseits ist es mit Erleichterung verbunden, andererseits ist Macht ja nichts Negatives. Für ein Budget von einer halben Milliarde zuständig zu sein, ist eine große Verantwortung. Ich wollte Strukturen verändern, die Dinge klarer und transparenter machen. Es gibt einen Rückblick, der mich sehr zufrieden stimmt. Da wäre die Verführung groß, weiterzumachen.
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