18.10.2017, 17:20 Uhr

20 Jahre Klinikbrücke: "Der soziale Kitt im Krankenhaus"

Von links nach rechts: Britta Weber, Bernhard Tilg und Christine Schaubmayr

Seit zwanzig Jahren hören sie Patienten zu, lotsen sie durch das Labyrinth des Klinikareals oder erledigen Einkäufe und was sonst so anfällt und das Personal nicht erledigen kann. Seit zwanzig Jahren gibt es den Verein Klinikbrücke und seit zwanzig Jahren setzen sich seine Ehrenamtlichen für PatientInnen ein.

INNSBRUCK. Zuhören, Mutmachen, Helfen und Begleiten: Vor zwanzig Jahren wurde der Verein Klinikbrücke gegründet. Einige freiwilligen HelferInnen engagierten sich für stationäre PatientInnen im Innsbrucker Krankenhaus. Erledigten kleine Einkäufe für sie, begleiteten sie auf einen Spaziergang oder saßen einfach an ihrem Bett und redeten ihnen Mut ein. Heute – nach zwanzig Jahren – sind es fast 100 Freiwillige, die auf den unterschiedlichen Stationen der tirol klinik Hilfe leisten.


Anfang: Besucherdienst

Aus diesem Anlass lud die Spitze des Vereines (GF Britta Weber und Obfrau Christine Schaubmayr) gemeinsam mit Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg zu einem Rückblick. Zu dem Besucherdienst – die einzige "Dienstleistung" zur Vereinsgründung – kamen auch andere Felder hinzu, die der Verein abdeckt. Für Kinder zum Beispiel das Teddybärenprojekt, in welchem sie gemeinsam mit einem pensionierten Schneider während ihres Klinikaufenthaltes Plüschtiere nähen. Aber auch der Lotsendienst ist extrem beliebt: Am verwinkelten Klinikareal kommen sie BesucherInnen und PatientInnen mehr als gerufen und können verwirrten BesucherInnen Auskunft zum richtigen Weg geben.


Viel Mundpropaganda

Wie PatienInnen auf den Verein aufmerksam werden? Britta Weber weiß, dass es viel mit Mundpropaganda zu tun hat. "Wir kommen auf Zuruf, es gibt Flyer und Plakate", sagt sie. In den zwanzig Jahren habe sich so einiges verändert in der Gewichtung der Vereinsarbeit: Bis es früher noch viel pragmatischere Aufgaben waren (Einkaufen zum Beispiel), sind heute mehr die "Mutmacher" gefragt. "Die gesellschaftliche Strukturen haben sich eben geändert", erklärt Schaubmayr die Entwicklung. Mehr Frauen sind in der Arbeit eingespannt und übernehmen nicht mehr so oft die Pflegerollen, die früher klassisch weiblich waren. Dass Pflege trotzdem noch immer eine Frauensache ist, schlägt sich in der Anzahl der Frewilligen nieder: 80 Frauen und 12 Männer.


Finanzierung

Für LR Tilg ist klar, dass der Verein ganze Arbeit leistet und in den Krankenhäusern nicht nur den PatientInnen hilft, sondern auch das Personal ein wenig entlastet. Er meint: "Der Verein ist der soziale Kitt im Krankenhaus. Dafür möchte ich ein großes Lob aussprechen." 
Der Verein wird jährlich mit etwas 40.000 Euro unterstützt. Die Gelder kommen teils vom Land Tirol, teils von der Stadt Innsbruck, bzw. von Privaten, wie das Büro im Laden (Hall) und die Reinigungsfirma Markas. Der Großteil der Unterstützung wird für die Anreise der Ehrenamtlichen verwendet. Auch werden daraus Weiterbildungen, Grundschulungen, bzw. Dankesfeiern oder -ausflüge für die Freiwilligen finanziert.


Zahlen

zirka 100 Ehrenamtliche
65 Stationen
4 Ambulanzen
3.500 Einsätze im Jahr 2016
9.000 geleistete Betreuungsstunden jährlich
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