22.08.2016, 17:26 Uhr

Die Nordseite ist lang nicht mehr die Schattenseite Innsbrucks

Gilda Safarian hat im Juni das Villa Mundus eröffnet. Das "No Border Kitchen" kocht jedes Monat Spezialitäten eines anderen Landes.

Lange vernachlässigt, entwickelt sich die nördliche Innseite positiv.

Immer mehr Backpacker tauchen auf der nördlichen Innseite der Stadt auf. Bisher war der älteste Stadtteil Innsbrucks – St. Nikolaus – nur ein schönes Motiv, wenige haben sich tatsächlich über die Brücke gewagt. In letzter Zeit hat sich aber einiges getan: Die Entwicklung ist einerseits dem Einsatz der örtlichen Bewohner und Unternehmer zu verdanken, andererseits des Ideenprozesses der Stadt unter dem Titel "Anpruggen".
Die Gastrobetriebe, die sich hier niederlassen, gehen trotzdem noch ein großes Risiko ein, denn Laufkundschaft, wie sie die Innenstadt "produziert", gibt es hier kaum.


Kreativ muss man sein

Freistil, Villa Mundus, haepinest, gleim und vaca loca: Das sind die letzten Lokalitäten, die auf der nördlichen Innseite eröffnet haben. Für junge, innovative Betriebe ist die "Peripherie" die einzige Möglichkeit, sich zu etablieren. Die Pacht in der Innenstadt ist unerschwinglich. Einzelne dieser Lokale spezialisieren sich auf vegetarisches oder veganes Essen, handgemachte und regionale Produkte und liegen damit voll im Trend. Wenn man die Betreiber fragt, was sie auf diese Seite des Inns gebracht hat, ist die Pacht ein guter Grund, aber auch die Anbindung ans Öffinetz – vor allem in der Nähe der Unibrücke – ist ausschlaggebend.


Gutes Beispiel: Wilten

Viele von ihnen sehen im Wiltener Platzl das perfekte Beispiel für städtische Entwicklung: Dieser hat sich in den letzten Jahren zu einem Hotspot für kreative, junge Unternehmen und Betriebe entwickelt. Obmann des Vereins Vogelweide Anton Wechselberger versucht mit dem Verein etwas Ähnliches zu erreichen: "Es braucht immer ein paar Unternehmer, die eine Vision haben. Die Stadt alleine wird es nicht auf die Reihe kriegen." Der Verein Vogelweide organisiert Veranstaltungen im Waltherpark und will dadurch die Gegend beleben. "Ich gehe davon aus, wenn sich die Frequenz steigert, schauen die Leute auch mehr auf die andere Straßenseite. Der Waltherpark ist ein guter Angelpunkt", meint er. Der Bürgerbeteiligungprozess, der vor zwei Jahren veranstaltet wurde, hat etwas losgetreten, bauliche Maßnahmen braucht es trotzdem noch. Im Waltherpark fehlt beispielsweise noch immer eine öffentliche Toilette.
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