14.01.2015, 14:54 Uhr

Die Zukunft des Buches

Totgesagte leben länger!

Und es gibt sie doch noch - die Bücher.

Von wegen weniger Bücher?
Immer mehr gibt es davon - nur die guten werden vermeintlich weniger. Eine Handvoll - will man den Bestsellerlisten Glauben schenken. Abseits der Regale im vorderen Drittel der Buchhandlung, welches zunehmend von Krimis dominiert wird, fristen sie ein Schattendasein, sofern vorhanden, versteckt in der hintersten Ecke oder in Warteposition als Bestellartikel. Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie viele gute Bücher Ihnen auf diese Weise vorenthalten werden?

Immer kleinere Druckauflagen?
Für viele anspruchsvollere Werke die traurige Realität, weggespült von der Schwämme an Büchern von Großverlagen, erodiert die Vielfalt an Buchtiteln. In jeder Filiale die gleiche Auswahl, in mancher Regalreihe ist lediglich ein einziger Titel zu finden.

Nur mehr eBooks?
Und was bleibt den Kleinen als Alternative: Sie suchen ihre Chance in der digitalen Veröffentlichung, diese umgeht zumindest das Problem der nicht vorhandenen Präsenz in den Regalen der Buchhandlungen. Der ausweglosen Situation - ihres Schattendaseins. Ohne Kino-Trailer rollt eben kein Heller.

Neue Vertriebswege?
Was passiert, wenn die Bücher keine Chance auf einen Platz in den heimischen Regalen bekommen?
Sie wandern aus auf den virtuellen Marktplatz! Amazon - Ein Gespenst geht um. Eine hausgemachte Bedrohung allerdings. Aber machen Sie sich keine Sorgen: Die Bestseller bekommen Sie ohnehin in allen Filialen, nur die Auswahl wurde für Sie bereits getroffen. Kein Platz für Vielfalt: Es wird nur verkauft, was sich bereits verkauft hat (ein Bestseller eben). Fragt sich nur wie der Bestseller ein Bestseller wurde, noch bevor er auf dem Ladentisch gelandet ist. Aber dies ist eine andere Geschichte.

Vom Ethos zum Pathos war wohl einmal?
Was wurde aus der Idee, dass Bücher für die Ewigkeit geschaffen werden, Geschichten, die beeindrucken und prägen. Durchschnittlich wird ein Buch nach sechs Monaten bereits in den Buchhandlungen wieder abserviert, verramscht oder vernichtet. Angeblich nicht mehr verkäuflich. Wiederum bis auf einige wenige Ausnahmen. "Short shelf-life" nennt sich das Phänomen, das Bücher zu Eintagsfliegen werden lässt.

Und es gibt sie dennoch - die Bücher, die engagierten Autoren und die Verlage.
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