11.12.2017, 15:58 Uhr

Ein Zoo ohne Tiere

Heribert Insam hat eine neue Idee: MicrobAlpina ist eine Zukunftsidee für Innsbruck.

Heribert Insam ist Mikrobiologe und hat eine neue Vision für Innsbruck: einen "Mikrobenzoo".

INNSBRUCK. "Jedes Kaff hat schon einen Weihnachtsmarkt, der überall fast gleich ist" – Heribert Insam (Leiter des Mikrobiologie-Institutes an der Uni Innsbruck) will die "monotonen" Touristenhighlights der Tiroler Landeshauptstadt aufmischen. Seine Idee: Ein Zoo der Mikroben, kurz MikrobAlpina, soll zum 350-Jahr-Jubiläum (im Jahr 2019) der Universität Innsbruck auf die Beine gestellt werden. Vom Erfolg ist Insam überzeugt und meint: "Es könnte ein neues Juwel in Zentraleuropa entstehen." Warum dieser "Zoo" wichtig ist?

Wichtige "Partner"

"Es gibt immer mehr Bewusstsein für Mikroben. Außerdem kann auch der Umgang mit Ressourcen vermittelt werden", ist sich der Institutsleiter sicher. Pilze, Bakterien, Viren: Das sind die Hauptattraktionen eines solchen Zoos. Ihre Entwicklung, ihre Einflüsse auf das Leben: Das soll im MicrobAlpina erklärt werden. So zum Beispiel das Entstehen antibiotikaresistenter Bakterien. Aber auch Abwasserreinigung oder die Bedeutung der Pilze in der Natur könnten Thema sein. Abgekupfert hat Insam die Idee von einem Tierpark in Amsterdam, dem "Micropia". "In dieser Dimension wird es nicht umsetzbar sein", so der Institutionsleiter, "im kleinen Rahmen könnte man es aber im Alpenzoo integrieren." Groben Schätzungen nach wird die Errichtung um die 685.000 Euro kosten. Finanziert soll es durch unterschiedliche Geldgeber werden: Uni, Firmen, öffentliche Hand.


Gute Idee – wenig Mittel

Erste Gespräche mit dem Alpenzoo sind schon über die Bühne gegangen. Die Idee findet der (noch) Alpenzoo-Direktor Michael Martys zukunftsweisend, doch fügt er hinzu: "Unsere räumlichen und finanziellen Möglichkeiten sind sehr bescheiden, aber ich glaube schon, dass diese 'verborgene Welt' viele BesucherInnen anziehen könnte." Die fortlaufende Betreuung und die damit zusammenhängenden Kosten sieht er etwas skeptisch: "Da gibt es noch viele Fragezeichen." Diese zu beantworten, wird jedoch schon die Aufgabe des neuen Direktors, André Stadler, sein. Er ist ab 2018 im Dienst.

Zur Sache

Mikroben sind winzig kleine Lebewesen, die mit freiem Auge nicht sichtbar sind. "Wir alle sind wandelnde Mikrobenzoos", meint Insam. Millionen von Mikrobakterien beeinflussen zum Beispiel unsere Gesundheit. Manche machen krank, viele halten aber auch gesund.
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