04.01.2018, 14:29 Uhr

Eine Rodel ist mehr als nur zwei Kufen

Das 3. Rodeltestival am 12. und 13. Jänner 2018 bei den Elferbahnen in Neustift ist die ideale Gelegenheit die unterschiedlichen Rodeltypen kennenzulernen und auszuprobieren (Foto: Karl Künstner)

Rodel ist nicht gleich Rodel, zwischen Tourenrodel, Sportrodel oder Familienschlitten gibt es große Unterschiede. Auf den zwölf Rodelbahnen im Stubaital sind sie alle zu finden. Für einen hohen Fun-Faktor sorgen das Skibockerl und auf der Rodelwiese Zipfelbob, Snowtube, Rutschteller, Skibob und Co.

Das Gleiten und Rutschen auf Kufen hat im winterlichen Tirol eine lange Tradition. War der Schlitten ursprünglich als landwirtschaftliches Transportmittel gedacht, hat er sich doch schnell auch zu einem feinen Freizeitgerät gemausert und bald zu einem rasanten Sportgerät entwickelt.


Das 3. Rodeltestival am 12. und 13. Jänner 2018 bei den Elferbahnen in Neustift ist die ideale Gelegenheit die unterschiedlichen Rodeltypen kennenzulernen und auszuprobieren. Führende internationale Rodelhersteller stellen die neuesten Modelle und Innovationen vor. Die Besucher können Testfahtren mit den unterschiedlichsten Schlitten und Sportrodeln auf den Rodelstrecken am Elfer unternehmen. Dazu gibt es ein tolles Unterhaltungsprogramm mit Gewinnspielen.

Familienschlitten

Der klassische Schlitten hat ein festes Gestell und flach im Schnee aufliegende Kufen. Dadurch ist er sehr robust und erlaubt eine gemütliche Fahrt. Der Hörnerschlitten ist mit seinen bis zur Sitzfläche zurückgezogenen Kufen besonders bei Familien mit Kindern beliebt. Die Kleinen können sich an den beiden „Hörnern“ gut festhalten. Der „Davoser Schlitten“ hat keine Hörner. Das macht ihn optisch etwas sportlicher.
Mit zusätzlicher Rückenlehne und warmem Fußsack ist der Schlitten perfekt für einen gemütlichen Rodelausflug mit kleinen Kindern. Da sich Schlitten leicht ziehen lassen, werde sie bis heute gerne auf verschneiten Wegen für kleine Transportaufgaben genutzt.

Tourenrodel

Erfahrenere Rodler machen sich meist mit einer Tourenrodel auf den Weg – der wohl beliebtesten Rodel auf den Rodelbahnen. Im Gegensatz zum Schlitten hat die Rodel ein flexibles Gestell. Damit lässt er sich exakt und leicht lenken. Die schräg gestellten Kufen sorgen für Spurtreue auch auf hartem Untergrund. Gelenkt wird die Rodel durch Gewichtsverlagerung sowie ziehen am Lenkriemen und ermöglicht damit eine recht sportliche Fahrweise. Da ist dann auch der Weg zu meist recht geselligen Vergleichswettkämpfen nicht mehr weit. Entsprechend gibt es verschiedene Tourenrodel-Varianten wie die Sporttourenrodel, die Rennsporttourenrodel und etliche Versionen mit lokalen Eigenheiten wie der Naviser. Die Unterschiede liegen in der Ausrichtung von komfortabel bis ziemlich sportlich.

Sportrodel

Noch rasanter geht es mit der Sportrodel zur Sache. Die niedrige Bauweise, die breite Spur, das sehr flexible Gestell und die geschliffenen Stahlschienen ermöglichen eine entsprechend sportliche Fahrweise. Die Sportrodel erfordert einiges an fahrerischem Können und lässt sich auch auf eisigen Strecken exakt steuern.

Rennrodel

Die Rennrodel ist ein reines Sportgerät das in allen Bereichen für den Wettkampf auf der Naturrennrodelbahn bzw. im Kunsteiskanal optimiert ist und strengen Regeln entsprechen muss. Meist handelt es sich bei Rennrodeln um Einzelanfertigungen die individuell auf den jeweiligen Sportler abgestimmt sind.
Hornschlitten
Der Hornschlitten ist der Urvater aller Rodel. Als reines Arbeitsgerät ist er auch heute noch in Gebrauch. Heu von den hochgelegenen Heuschobern zum Hof zu bringen ist eine harte Arbeit. Die großen Hornschlitten wiegen voll beladen oft mehrere hundert Kilo und werden auf den steilen Wegen nur von einer Person gesteuert bzw. gebremst. Bei den rasanten Hornschlitten-Rennen ist neben Können auch sportlicher Ehrgeiz gefragt wenn die Teams um Hundertstelsekunden rittern.

Bockerl und Zipfelbob

Nicht ganz so ernst nehmen es die jungen Wilden wenn sie auf ihren „Bockerln“ unterwegs sind. Dieses Tiroler Spezial-Sportgerät hat einen ausgesprochen hohen Fun-Faktor. Wer etwas auf sich hält baut sich sein Bockerl selbst. Dazu wird auf einen abgeschnittenen Ski ein Holzgestell mit Sitzplatte und zwei Griffen montiert. Gelenkt wird mittels Gewichtsverlagerung, gebremst mit den Füßen. Mit etwas Geschick und Balance ist das Bockerl sehr wendig und gut zu steuern – ideal für einen sportlichen Vergleichskampf. Immerhin werden auch „Bockerl-Weltmeisterschaften“ ausgetragen.
Ähnliches gilt auch für den „Zipfelbob“. Nur dass dieser aus Plastik besteht und eigentlich als Spielzeug für Kinder gedacht war. Aber das tut dem Spaß auch für Erwachsene keinen Abbruch. Bockerl und Zipfelbob gehören allerdings nicht auf die Rodelbahn, sondern auf die Rodelwiese (diese kann für sportliche Zwecke ja auch etwas länger und steiler sein).
Auch andere Gefährte wie Rutschbob, aufblasbare Rodeln, Snowtube, Rutschteller, Skibob usw. sorgen für jede Menge Rutschspaß. Allerdings lassen sie sich kaum steuern und sind deshalb ideal für die Rodelwiese.


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