30.05.2017, 10:12 Uhr

Einige wenige Forstleute auf Abwegen vergiften das Klima

(Foto: MEV)

Kommentar vom Tiroler Landesjägermeister Anton Larcher

Die Tiroler Jägerschaft ist sich ihrer Verantwortung mehr als bewusst, was einen nachhaltigen und verantwortungsvollen Umgang mit unserer Natur und Umwelt betrifft. Die jüngst erlassenen Regeln und Gesetze lasten schwer auf unseren Schultern. Es liegt an uns, die Unschärfen der Verjüngungsdynamik auszugleichen. Trotzdem! Die Jägerschaft kann mit all den Hürden und neuen Regeln umgehen. Nicht umgehen können wir aber mit Forstorganen, die den Boden der Fairness und der Gesetze verlassen. So geschehen im Tiroler Oberland, wo die Verjüngungsdynamik bewusst manipuliert wurde. So kommen wir nicht weiter, die Behörden sind aufgefordert, hier auch intern für Ordnung zu sorgen. Für Ordnung ist auch zu sorgen, wenn Spitzenorgane der Verwaltung medial ungeschickt oder gar bewusst tendenziell argumentieren. Es darf dabei nicht um die schnelle Schlagzeile gehen oder um die rasche und umso plattere Verbreitung von Vorurteilen. Hier werden wir allen, die meinen, auf unserem Rücken ihr Kleinholz hacken zu können, entschieden und in voller Klarheit begegnen!
Für mich unverständlich und an einen Schildbürgerstreich grenzend ist das Förderregime der Bundesverwaltung bei Aufforstungen und Sanierungsprojekten z.B. nach Waldbränden oder Katastrophen. Es ist nicht einzusehen, dass Aufforstungen mit Steuergeld gefördert werden, während im Regelfall Verbissschutz allein Sache der Jäger sein soll. Hier wird einerseits massiv Steuergeld investiert und augenscheinlich bewusst in Kauf genommen, dass für allfällige bzw. zu erwartende Wildschäden die Jägerschaft meist alleine zur Kasse gebeten wird. Auch der Versuch, Druck auf die Jagd auszuüben durch Androhung Bundesfördergelder zurückzufordern, ist mittlerweile kein Einzelfall mehr.
Gemeinsam mit meinen Landesjägermeisterkollegen werde ich daher auf eine Änderung der Förderrichtlinien und mehr Hausverstand bei der Erlassung von neuen Regeln pochen und die Politik an ihre Verantwortung erinnern!
Ihnen, geschätzte Weidkameradinnen und Weidkameraden, wünsche ich einen gelungenen Start in die neue Jagdsaison, möglichst wenig Ärger und viel Freude beim Ausüben des Weidmanns-Handwerks!

Weidmannsheil!
Anton Larcher
Landesjägermeister von Tirol

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