29.11.2016, 09:21 Uhr

Fachtagung „Frauen auf der Flucht“

v.li. Johann Gstir, Leiter des Fachbereichs Integration (Abteilung Gesellschaft und Arbeit), Vortragende Nikita Dhawan, LRin Christine Baur und Elisabeth Stögerer-Schwarz, Leiterin des Fachbereichs Frauen und Gleichstellung (Abteilung Gesellschaft und Arbeit) bei der Fachtagung „Frauen auf der Flucht“. (Foto: Land Tirol/Ennemoser)

Bei der Fachtagung lag das Augenmerk auf der besonderen Situation von Frauen auf der Flucht und der Frage, welche Angebote für sie wichtig sind.

TIROL. Kürzlich fand in Innsbruck die Fachtagung "Frauen auf der Flucht" statt. Frauen auf der Flucht benötigen besondere Unterstützung. Sie haben häufig Gewalterfahrung gemacht. Gleichzeitig müssen sie sich hier oft um ihre Kinder kümmern.

Asylwerberinnen brauchen besondere Hilfe

30 Prozent aller AsylwerberInnen in der Tiroler Grundversorgung sind Frauen. Die Gründe für ihre Flucht sind vielfältig. Diese reichen von Krieg bis hin zu Witwenverbrennungen oder genitaler Verstümmelung. Aber auch während der Flucht sind Frauen häufig besonderen Gefahren ausgesetzt: Oft erleben sie Gewalt und sexuelle Übergriffe. Aus diesem Grund haben sich die Fachbereiche Frauen und Gleichstellung sowie Integration des Landes Tirol die Aufgabe gesetzt, diese besondere Situation zu untersuchen. Dadurch sollen bestmögliche Hilfe- und Unterstützungsangebote in Tirol ermöglicht werden, so Frauen- und Integrationslandesrätin Christine Baur. Es kam bereits zu einem Erfahrungsaustausch aller wichtigen Einrichtungen, die sich mit diesem Thema befassen.

Frauenspezifische Angebote

Bei der Fachtagung "Frauen auf der Flucht" wurde unter anderem auch über zusätzliche frauenspezifische Angebote für AsylwerberInnen und für jene mit positivem Asylbescheid oder mit subsidiärem Schutz diskutiert. „Wir stellen fest, dass für die meisten Frauen auf der Flucht das Sorgen für ihre Familien zentral ist. Sehr häufig sind die Frauen in ihrer Rolle als Mütter spezifisch betroffen, sind sie doch häufig großteils für die Kinderbetreuung zuständig. Diese Sorge-Verpflichtungen sind in allen Angeboten für Frauen auf der Flucht zu berücksichtigen“, so Christine Baur.

Benötigt werden daher Angebote, die eine notwendige Kinderbetreuung berücksichtigen. Die Angebote müssen niederschwellig und auch für Kinder offen sein. Es braucht konsumfreie Räume und Treffpunkte für Frauen, bei denen das Thema Flucht auch Platz hat. Es braucht aber auch dezentrale Angebote für Beratungen und Mobilität.

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