29.03.2017, 07:50 Uhr

Fendrich: "Publikumsenergie motiviert mich"

(Foto: Foto: Sandra Ludewig)

Am Freitag kommt Rainhard Fendrich endlich mit seinem neuen Album "Schwarzweiss" nach Innsbruck. Das Stadtblatt hat vorab mit ihm gesprochen – über Innsbruck, seine Motivationsbringer, sein neues Album, Rassismus und Falco.

INNSBRUCK. Mit 62 Jahren feiert er den Erfolg seines neuen Albums "Schwarzweiss" und tourt quer durch Deutschland und Österreich. Rainhard Fendrich ist noch immer im Business und hat eine klare Message.

Was gefällt Ihnen besonders an Innsbruck?

Mir gefällt das Stadtbild umringt von mächtigen Bergmassiven. Das ist besonders im Winter bei Sonnenschein ein gewaltiger Anblick.

Zum wievielten Mal gastieren Sie schon in Innsbruck?

Ich kann es nicht mehr sagen, aber ich war 1982 das erste Mal auf Tournee und natürlich auch in Innsbruck. Wo ich damals gespielt habe, weiß ich leider auch nicht mehr.

Wie halten Sie nach all diesen Jahren diese Motivation? Haben Sie ein Ritual, das Sie vor Auftritten immer machen?

Ruhe vor dem Konzert ist ein ganz wichtiger Faktor, um sich auf die bevorstehende Aufgabe zu konzentrieren. Die Motivation ist immer das Publikum und die Energie, die von ihm ausgeht.

Haben Sie vielleicht auch einen Talisman, vielleicht auch eine stärkende Person in Ihrem Leben?

Ich bin, was für meinen Beruf eher untypisch ist, nicht abergläubisch, aber es gibt mehrere starke Personen in meinem Leben, ohne die Erfolg gar nicht möglich wäre.

Sie touren ja durch Deutschland und Österreich. Wie reagieren die Deutschen auf „I am from Austria“?

Die meisten in Deutschland, die bei diesem Lied mitsingen, sind Österreicher und das sind oft nicht wenige. Auf jeden Fall ist bei "I Am From Austria" immer eine ganz besondere Stimmung in der Halle.

Ihr neues Album heißt Schwarzoderweiß und Sie seien ja ein bisserl politisch geworden, heißt es. Was ist die Message Ihres neuen Albums in einem Satz?

Heisst es das? Man kann nicht ein "bisserl politisch" sein, genauso wenig wie man nicht "ein bisserl rassistisch" sein kann. Wenn ich eine Message habe, dann die, die eigene Zukunft nicht einfach so auf sich zukommen zu lassen, sondern sie selber in die Hand zu nehmen, und sich mehr für unser Leben in dieser Gesellschaft und auf diesem Planeten zu interessieren. Das heisst sich für Politik interessieren.

Soll der Titel des Albums das vermeintliche Schwarz-Weiß-Denken der Gesellschaft anprangern?

Ich sage es auch in jedem Konzert: "Rassismus hat nichts mit Meinungsfreiheit zu tun. Rassismus ist ein Verbrechen!"

Was sehen Sie als das Highlight Ihres Konzertes?

So eine Frage kann nur das Publikum beantworten. Für mich ist ein Konzert als Ganzes ein Highlight.

Welches Lied liebt das Publikum am meisten?

Auch diese Frage kann ich nicht beantworten, obwohl die alten Songs sehr große Zustimmung finden.

Welches ist Ihr persönliches Lieblingslied, ihr Herzstück sozusagen, vom neuen Album?

Mein Lied ist "Wie Honig". Ein Text über die subjektive Wahrnehmung von Zeit während eines Menschenlebens.

Falco wird immer noch als Legende gefeiert. Wie war Ihr Verhältnis zueinander? Wie sehen Sie ihn jetzt?

Ich war mit ihm befreundet, soweit man mit einem exzentrischen Künstler wie ihm befreundet sein konnte. Er war ein genialer Künstler und sein Werk wird in der Geschichte der österreichischen Popmusik einzigartig bleiben.

Das Interview führte Sara Erb.
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