01.10.2014, 11:49 Uhr

Flüchtlinge: "Heim am Hofgarten" erneut im Gespräch

Zu baufällig für Flüchtlinge? Experten halten das Heim am Hofgarten für durchaus geeignet und adaptierbar.

343 Flüchtlinge finden derzeit in Innsbruck Unterkunft. Über weitere Plätze wird derzeit verhandelt.

Die Unterbringung von Flüchtlingen und Asylwerbern wird in Innsbruck von der Stadtregierung ausdrücklich forciert. "Eine humanitäre Verpflichtung", nennt dies Bgm. Christine Oppitz-Plörer. Lucas Krackl, Klubchef der Bürgermeisterfraktion, betont, dass in der Stadt derzeit 560 Asylwerber an mehreren Standorten untergebracht sind. Eine Zahl, die Konrad Lais, Bürochef von LRin Christine Baur nur zum Teil bestätigen kann. "Einige dieser Personen sind Menschen, deren Asylverfahren bereits positiv abgeschlossen ist. Echte Asylwerber werden in Innsbruck derzeit 343 beherbergt", so der Sprecher der grünen Soziallandesrätin. Zu dieser Zahl kommen noch einmal 36 Personen hinzu, die bereits in Mentlberg ein Dach über dem Kopf gefunden haben. Diese haben am vergangenen Freitag ihr Quartier bezogen. Mittelfristig werden in Mentl-berg bis zu 70 Asylwerber Platz finden, allerdings sind dafür noch infrastrukturelle Maßnahmen notwendig.


Skurriler Streit um Heim

Reichlich seltsam muten indes die Meinungsverschiedenheiten an, die sich rund um das Heim am Hofgarten abspielen. Das ehemalige Pflegeheim ist mittlerweile im Besitz des Innenministeriums und die Stadt würde eine Nutzung des Objektes als Flüchtlingsheim ausdrücklich befürworten. Ein Gutachten des Ministeriums sagt aber aus, dass die Adaptierung des Heimes und die notwendigen Sanierungsmaßnahmen in dem (seit Jahren leerstehenden) Gebäude zu teuer wären. "Aufgrund dieses Gutachtens kommt das Gebäude für uns nicht in Frage", erläutert Lais.


Veränderte Bedingungen

Insidern zufolge argumentiert das Ministerium damit, dass ein Großteil der Verrohrung des Heimes mittlerweile kaputt ist. Tatsächlich halten Experten diese Begründung für ebenso vorgeschoben wie die kolportierten Sanierungskosten. Außerdem hat sich die Lage dahingehend verändert, dass die Innenministerin laut eigenen Aussagen mittlerweile händeringend nach Unterkünften sucht. Eine neuerliche Prüfung der tatsächlichen Gegebenheiten im Heim am Hofgarten wäre also angebracht.


Stadtchefin appelliert an Ministerium

Sogar Bgm. Christine Oppitz-Plörer appellierte heute (Mittwoch) im Rahmen der Eröffnung der Innsbrucker Herbstmesse erneut an das Ministerium, Im Heim am Hofgarten Flüchtlinge unterzubringen. Aus ihre Sicht ist das 20 Jahre alte Gebäude problemlos für diese Unterbringung adaptierbar.
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