17.10.2017, 11:56 Uhr

Georg Willi: "Wir starten jetzt bei null"

Das Grüne Führungsduo, Georg Willi und Uschi Schwarzl, will "in Gesprächen mit Bevölkerung nach Ursachen suchen". (Foto: Grüne)

Die Grünen waren am Sonntag die großen Verlierer – auch in Innsbruck: Minus 15,54 Prozent.

Eine katastrophale Niederlage mussten die Grünen am Sonntag auch in ihrer einstigen Hochburg Innsbruck hinnehmen. Die Öko-Partei um Bürgermeisterkandidat Georg Willi büßte im Vergleich zu 2013 fast drei Viertel ihrer Wähler ein. Gaben vor vier Jahren noch 22,54 Prozent der InnsbruckerInnen den Grünen ihre Stimme, waren es am Sonntag gerade einmal noch 7 Prozent. Damit liegen die Grünen (nach Auszählung der Urnenwahl) sogar noch hinter den NEOS auf Platz fünf.

Aderlass zur SPÖ

"Wir wissen, dass viele ehemalige Grün-WählerInnen diesmal aus taktischen Gründen Kern und die SPÖ gewählt haben", erläutert Willi in einer ersten Analyse. Seine Bilanz über den Wahlkampf fällt aber auch durchaus selbstkritisch aus. "Es hat sich gezeigt, dass wir uns nicht darauf verlassen dürfen, dass Menschen, die uns einmal ihre Stimme gegeben haben, dies auch wieder tun. So etwas wie Stammwähler gibt es nicht mehr", betont der grüne Frontmann. Die Schlussfolgerung, welche Willi aus dieser Erkenntnis zieht, ist klar: "Wir starten nach jeder Wahl bei null. Wir müssen jedes Mal aufs Neue um jede einzelne Stimme kämpfen und dürfen uns nicht auf vergangenen Erfolgen ausruhen!" Konkret bedeute dies, dass es nun darum gehe, ein Programm zu erarbeiten, das den InnsbruckerInnen eine Antwort auf ihre Sorgen und Nöte gibt.

Neue Themen besetzen

"Das Thema Wohnen wird bei den kommenden beiden Wahlgängen extrem wichtig sein. Dazu Bedarf es Initiativen auf Bundes-, Landes- und Stadtebene – etwa eine Mietzinsobergrenze, eine Reform des Mietrechts und eine kluge Widmungspolitik", ergänzt Willi. Aber auch, was den Verkehr betrifft, will Willi neue Wege gehen. "Wir müssen es schaffen, unser Öffi-Angebot so weit zu verbessern, dass Autofahrer den Umstieg als Gewinn empfinden. Gleichzeitig darf es aber nicht so sein, dass sich Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen auf ihren Pkw angewiesen sind, wie Bürger zweiter Klasse fühlen."
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