14.11.2017, 12:42 Uhr

Hunde(s)teuer in Lans: Es gibt kein Geld zurück

Marco Rattini mit seiner Mischlingshündin Josie: Rattini sieht nicht ein, warum er doppelt zahlen soll.

"Es geht um das Prinzip, nicht das Geld", so Marco Rattini, der die Regelung zur Hundesteuer in Lans kritisiert.

LANS. Sauer aufgestoßen ist Marco Rattini die Nachricht aus dem Lanser Gemeindeamt: Die Hundesteuer, die er für seine Hündin Josie entrichtet hat, bleibt bei der Gemeinde. Auch, wenn er mittlerweile in Innsbruck gemeldet ist und für die verbliebenen Monate aliquot die Steuer in der Landeshauptstadt entrichtet.

Es geht ums Prinzip

"Eine Frechheit", findet der junge Mann, der im Einzelhandel tätig ist. "Jetzt muss ich doppelt zahlen. Das seh' ich nicht ein. Schließlich gehen wir alle für unser Geld arbeiten." Dabei geht es ihm gar nicht um die zirka 20 Euro, die er für die drei Monate zurückbekommen würde. Lediglich das Prinzip, die Herangehensweise der Gemeinde, empfindet er als ungerecht und will das nicht einfach so über sich ergehen lassen. Er weiß, dass in anderen Gemeinden, z. B. in Hall oder Innsbruck, die Sache ganz anders gehandhabt wird: Die Gebühr wird in solchen Fällen wie seinem aliquot zurückgezahlt. Als sich seine Mutter in der Gemeinde erkundigt, bekommt sie eine "pampige" und "schnippische" Antwort, so der 23-Jährige. Auf Anfrage der BEZIRKSBLÄTTER gibt der Bürgermeister Benedikt Erhard persönlich Auskunft.

"Da kann man nichts ändern"

Die Hundesteuer ist in Lans in der Gebührenordnung als Jahresabgabe (80 Euro pro Hund) festgelegt und ist zu Beginn des Jahres zu entrichten. Wie Berger den BEZIRKSBLÄTTERN gegenüber erklärt: "Auch wenn es nur um einen vergleichsweise kleinen Betrag geht, bin ich als Bürgermeister nicht befugt, die Gebührenordnung zu umgehen oder zu ändern." Er habe der Dame vorgeschlagen, das Anliegen ihres Sohnes der Gemeinde schriftlich vorzulegen, welches dann vom Gemeindevorstand geprüft werden würde. Das soll die Frau in Rage gebracht haben. Weiters fügt er hinzu: "Sowohl in der Bundesabgabenordnung als auch in mehreren höchstgerichtlichen Entscheidungen ist klar festgelegt, dass Abgaben nicht verhandelbar sind. Werden sie zu Recht vorgeschrieben, sind sie zu bezahlen. Sonst macht sich die Abgabenbehörde der Untreue schuldig – und das ist strafrechtlich relevant." Eine Rückzahlung wäre dann möglich, wenn die Gebührenordnung von der Gemeinde geändert würde. Und das – wenn es überhaupt demnächst zum Thema wird – ist Zukunftsmusik. Es zeichnet sich ein wenig optimistisches Bild für Rattini ab, der nun auf der "doppelten" Hundesteuer sitzen bleibt.
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