29.05.2017, 12:00 Uhr

Körperliche Beanspruchung beim Handmähen

„Gastgeber“ Paul Strickner bei der Messung. (Foto: LK Tirol/Traxler)

Was passiert im Körper beim Handmähen? Das erheben zwei Studentinnen der Sport-Uni Innsbruck im Rahmen ihrer Diplomarbeit.

GRIES (kr). Wer schon einmal versucht hat, mit der Hand zu mähen, der weiß, wie anstrengend das sein kann. Doch was dabei genau im Körper passiert, wieviel Sauerstoff dabei verbraucht wird und wie hoch die Pulszahl dabei ist, das wurde bis dato noch nie genau untersucht. Zwei Studentinnen der Sport-Uni Innsbruck haben im Rahmen ihrer Diplomarbeit nun einen Feldversuch dazu gemacht – und zwar in Gries beim Betrieb von Paul Strickner.

Handmähen gerät in Vergessenheit

„Handmähen gerät aufgrund der fortschreitenden Technisierung und der großen körperlichen Belastung immer weiter in den Hintergrund. Das hat wiederum zur Folge, dass mehr und mehr Bergmähder vernachlässigt werden und verwildern“, erklärt Helmuth Traxler, Leiter der Bezirkslandwirtschaftskammer Innsbruck, die Ausgangssituation. Traxler hat nun in Zusammenarbeit mit dem Sportwissenschaftlichen Institut der Universität Innsbruck eine Forschungsarbeit in Auftrag gegeben hat.

Bedeutung für die Berglandwirtschaft

Beim Feldversuch in Gries wurden sechs männliche Probanden in zwei Gruppen, nämlich in „Könner“ und „Ungeübte“ eingeteilt. Im Zuge des Versuchs wurden die Sauerstoffaufnahme und -abgabe sowie die Pulszahl beim Mähen gemessen.
Die aus der sportwissenschaftlichen Erhebung gewonnenen Daten werden in den kommenden Wochen ausgewertet. Dabei werden die Beanspruchungen beim Handmähen auch mit anderen Outdoor-Sportarten, wie beispielsweise dem Mountainbiken, verglichen. So sind einerseits neue wissenschaftliche Erkenntnisse garantiert, andererseits kann mit diesen Daten auch der nichtbäuerlichen Bevölkerung besser vermittelt werden, welche Leistungen die Bauern bei der Bewirtschaftung von Bergmähdern erbringen.
Das Handmähen ist in Extremlagen oft der einzige Weg, Flächen in der Bewirtschaftung zu halten und die Bäuerinnen und Bauern leisten damit zugleich einen unverzichtbaren Beitrag zur Aufrechterhaltung der Biodiversität von Kulturflächen.
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