28.11.2016, 14:58 Uhr

Lasst uns froh und munter sein!

Auch in Innsbruck gibt es wahrhaftige Nikoläuse. Einer davon erzählte uns, was das Nikolo-Dasein so aufregend macht.

ST. NIKOLAUS (sara). "Lasst uns froh und munter sein und uns recht von Herzen freun", singt Diakon Wolfgang Geister-Mähner und spielt dazu Gitarre. Der Nikolaus mit seiner roten Robe, goldenem Bischofsstab, der Bibel und der Mitra tritt ein ins Haus der Familie und wird von großen staunenden Kinderaugen angeschaut.
Seit 4 Jahren erfreut sich der 74-jährige Pensionist Hugo Simma nun schon an den schönen Emotionen, die durch seine Nikolausbesuche hervorgerufen werden. Damals wurde er von Geister-Mähner eingeladen, als Nikolaus für die Pfarre zu fungieren, da er mit Kindern so gut umgehen könne und auch die richtige Statur für einen Nikolaus habe, so dieser augenzwinkernd. Zusammen besuchen sie heuer 4 Familien in St. Nikolaus, das erste Mal auch einen Schwimmverein. Bis zum 6. Dezember macht der Nikolaus mit seinem geistlichen Gehilfen Hausbesuche, "nur am 5. nicht, denn da sind schließlich alle beim großen Nikolausumzug, den die Volksschule St. Nikolaus mit dem Roten Kreuz jährlich organisiert", erklärte Simma.

Das Schöne am Nikolaus-Dasein

"Wenn der Nikolaus kommt, ist das ja eine Ausnahmesituation", meint Simma. Am schönsten findet er die Freude der Kinder, "diese vertrauensvolle Beziehung zum Nikolo ist toll". Einmal habe ihm ein Kind seinen Schnuller mitgegeben, das war schön, so Simma. Auch singen und malen die Kinder für den Nikolaus. Die Vertrauensbasis schafft er, indem er den Kindern anfangs die Hand gibt, zum Schluss gibts ein Erinnerungsfoto. "Das Besondere ist, dass es bei den meisten ein Familienfest ist, mit allen Verwandten."

Nein zum Krampus

"Der Nikolaus ist ein guter Mann und nicht einer, der straft!", so Simma. Geister-Mähner und Simma wollen nicht mit dem Krampus in Verbindung gebracht werden und nehmen daher auch keinen mit. "Eine Familie will, dass nachher ein Krampus kommt, das trennen wir aber strikt." Wenn ein Krampus dabei wäre, hätten die Kinder Angst und der Nikolo würde Nebensache sein.

Nikolaus vs. Santa

"Wir wollen die Tradition, UNSEREN Nikolaus, bewahren", so Geister-Mähner. Das sei eine Herausforderung in Zeiten, wo Santa in jedem Einkaufszentrum Kindern Geschenke andreht. Die Ähnlichkeiten – Bart, rotes Outfit, rote Kopfbedeckung – verwirren die Kinder. "Der Nikolaus ist ein Heiliger, keine Konsumgestalt wie Santa", so Simma. Man müsse schauen, dass Konsum-Santa den Traditions-Nikolo nicht verdränge. "Wir wollen den Kindern vermitteln, dass es nicht nur um Materielles geht." Der Nikolaus war im 3. Jhdt. Bischof in Kleinasien (heutige Türkei). Er half, war klug und hatte Gottvertrauen in Krisensituationen. Er gehört zu den bedeutendsten Heiligen der Nächstenliebe.
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