12.04.2016, 09:47 Uhr

Mensch ist hauptverantwortlich für das Steigen des Meeresspiegels

Kalbender Gletscher auf Spitzbergen. (Foto: Kristin Richter)

Im 20. Jahrhundert ist der Meeresspiegel um knapp 20 Zentimeter angestiegen: schneller als jemals zuvor in den vergangenen 3.000 Jahren – der Grund dafür: Treibhausgase.

INNSBRUCK. Ein internationales Team von Wissenschaftlern hat nun eindeutig belegt, dass der Anstieg des Meeresspiegels seit etwa 1970 hauptsächlich durch vom Menschen ausgestoßene Treibhausgase verursacht wird.

Gründe für das Ansteigen des Meeresspiegels

Die Hauptgründe für den Anstieg des Meeresspiegels sind schmelzende Gletscher und Eisschilde und die allgemeine Erwärmung der Ozeane. Allerdings war bisher nicht klar, wie weit der Mensch dazu mit beiträgt. Es gibt natürliche Klimaerwärmungen und Erwärmungen der Ozeane. Gleichzeitig reagieren Ozeane und Gletscher nur äußerst langsam auf klimatische Veränderungen.

„Mensch spielt entscheidende Rolle“

Mit Hilfe von Klimamodellsimulationen hat ein Team von Wissenschaftlern aus Australien, Belgien, Deutschland und Österreich nun untersucht, wie der beobachtete Anstieg des Meeresspiegels zu erklären sei. Noch 1950 war der Mensch nur zu ca. 15% für den Anstieg des Meeresspiegels verantwortlich. 1970 waren es bereits zwei Drittel. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts konnte das Steigen des Meeresspiegels noch mit natürlichen Ursachen begründet werden. In der zweiten Hälfte ist das jedoch nicht mehr möglich. „Hier können wir eindeutig sagen, dass der Mensch die entscheidende Rolle gespielt hat“, so Kristin Richter vom Institut für Atmosphären- und Kryosphärenwissenschaften der Universität Innsbruck.

Verursacher von Klimaschäden werden benennbar

Im Dezember 2015 wurde in Paris ein Klimaabkommen verabschiedet. Die Ergebnisse der Studie sind für dieses Abkommen von Interesse. „Mit Studien wie dieser sind wir nicht mehr weit davon entfernt, menschengemachte Klimaschäden zu identifizieren“ sagt Ben Marzeion von der Universität Bremen. Es lässt sich nun klar feststellen, wer in der Vergangenheit wie viel Kohlendioxid ausgestoßen hat. „Wenn dann das Verursacherprinzip zur Begleichung dieser Klimaschäden verwendet wird, wäre das ein großer Schritt in Richtung globaler Gerechtigkeit.“, so Ben Marzeion.

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