04.10.2017, 14:37 Uhr

Olympia als Chance für Anerkennung

Marianne Hengl im Kreise der Olympia-Botschafter Alexander Pointner, Toni Innauer und Karl Stoss (ÖOC) (Foto: privat)

"RollOn Austria" setzt sich seit Jahren für die Gleichbehandlung von Menschen mit Behinderung ein.

"Ruhe" – so scheint es – ist für Marianne Hengl, langjährige Obfrau des Vereins "RollOn Austria", ein Fremdwort. Seit vielen Jahren kämpft sie rastlos für die Gleichbehandlung von Menschen mit Behinderung – neuerdings auch als sogenannte Olympia-Botschafterin.

"Würde einen Schub geben"

Der Grund für ihr intensives Engagement geht in der aktuellen Diskussion Pro oder Kontra Olympische Spiele beinahe unter. Denn mit einer Bewerbung (und einem Zuschlag) für Innsbruck/Tirol wäre nicht nur die Abhaltung der "normalen" Olympischen Winterspiele verbunden. "Ich wünsche mir 2026 in Innsbruck ein olympisches Fest der Begegnungen mit Wertschätzung und Fairness, ob behindert oder nicht behindert. Auch für die Zukunft gilt es die öffentliche Kulisse der Weltwinterspiele im Sinne der Menschen mit Beeinträchtigung zu nutzen und damit einen weiteren Schritt in Richtung Veränderung der Gesellschaft zu gehen", begründet Hengl ihren Einsatz. Denn im Anschluss an die Spiele würden auch die Paralympischen Winterspiele in Tirol stattfinden. Das wäre eine gewaltige Bühne für all jene Anliegen, denen sich RollOn verschrieben hat. Der Ansatz, den Hengl und ihr Team dabei verfolgen, ist bodenständig, niederschwellig, realistisch und idealistisch zugleich. Nicht umsonst lautet ein Motto des Vereins "Wir sind behindert!".


Hilfestellung im Alltag

"Wir versuchen zu zeigen, in welchen Bereichen Menschen mit Behinderung Unterstützung brauchen und wo sie genauso leistungsfähig sind wie gesunde Menschen – gerade auch in der Arbeitswelt", erklärt Jurij Pfauser, seit kurzem Obfrau-Stellvertreter und rechte Hand von Hengl. Immer wieder gelingt es dem Verein, Menschen mit Behinderung ins Arbeitsleben zu integrieren.


"Offen ansprechen"

Aber auch kritischen Themen stellt sich der Verein. So findet am Donnerstag, 28.9. im Saal Tirol der Tiroler Versicherung, Wilhelm-Greil-Straße 10, in Innsbruck eine Diskussion mit dem Titel "Inklusion nicht um jeden Preis" statt. Dabei wird mit Sozial-LRin Christine Baur und Bildungs-LRin Beate Palfrader diskutiert, wie Kinder mit Behinderung ins Schulsystem intergriet werden können. Ein besonders heißes Eisen ist dabei die angedachte und oft kritisierte Abschaffung der Sonderschulen.
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Walter Gruber aus Westliches Mittelgebirge | 04.10.2017 | 16:45   Melden
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