31.10.2017, 09:20 Uhr

Simulation als Vorbereitung auf den klinischen Ernstfall

Übungsannahme: Patient hat Kammerflimmern (Foto: Stephan Gstraunthaler)

Das Ausbildungszentrum West für Gesundheitsberufe (AZW) und die tirol kliniken eröffnen ein neues Trainings- und Simulationszentrum.

INNSBRUCK. Seit Anfang Oktober nutzen ÄrztInnen, PflegeperInnen und Hebammen das interprofessionelle Trainings- und Simulationszentrum am Innsbrucker AZW. Auf einer Fläche von 600 qm können die Angehörigen der einzelnen Gesundheitsberufe ihre Handgriffe in nachgestellten Szenarios üben und verfestigen. Simuliert werden beispielsweise die Behandlung von Schwerverletzten im Schockraum oder Komplikationen im OP. "Das erhöht nicht nur die Sicherheit der PatientInnen, auch den MitarbeiterInnen wird durch das ständige Wiederholen einzelner Situationen mehr Sicherheit geboten", erklärt Stefan Deflorian, Geschäftsführer der tirol kliniken.

"Tirol ist Schrittmacher beim Thema Digitalisierung und Gesundheit"
Mit dem neuen Trainingszentrum verfolge man zwei Ziele. "Zum Einen soll in Gruppentrainings die optimale Zusammenarbeit bei Routinevorgängen und in Krisensituationen geübt werden. Zum Anderen finden im sogenannten 'Skills Lab' Einzeltrainings statt, um sich optimal auf den Umgang mit den PatientInnen vorzubereiten", erklärt Wolfgang Buchberger, Medizinischer Direktor der tirol kliniken. Im Anschluss werden die aufgezeichneten Trainingssituationen von den TeilnehmerInnen analysiert und nachbesprochen. Geübt wird in einer Intensivstation, einem klassischen OP-Saal mit integriertem Herzkatheter- und Schockraum und einer Normalstation, die in einen Kreißsaal oder ein Überwachungszimmer umgebaut werden kann. Landesrat Bernhard Tilg bezeichnet Tirol in diesem Zusammenhang als Schrittmacher beim Thema Digitalisierung und Gesundheit. "Durch die Anwendung moderner IT-Lösungen können eine moderne Lernumgebung und eine hohe Ausbildungsqualität geboten werden. An einer computergesteuerten Puppe werden etwa Atmung, Kreislauf und Bewusstsein ebenso simuliert wie Herzinfarkte, Herzrhythmusstörungen, Asthmaanfälle oder Lungenembolien." Gekostet habe das ganze Projekt laut AZW-Direktor Walter Draxl bis jetzt rund 1,4 Millionen Euro.
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