12.12.2017, 14:00 Uhr

Was wir wollen

"Was wir wollen" spielt noch am 16. und 17. Dezember (Foto: Tiroler Landestheater)

Eine Theaterkritik von Christen FREI.

INNSBRUCK. Irgendwie geben einem Theresa Dopplers Figuren in ihrem im K2 uraufgeführten Schauspiel "Was wir wollen" zu allererst Fragen auf. Das ist also eine vierzigjährige erfolgreiche Anwältin, die ihrem Herzen sprich einem spanischen Yogalehrer folgt und dabei offensichtlich mühelos ihre drei kleinen Kinder wegatmen kann. Da sind nun diese verhuschten Bobo-Kinder, die nach dem Unfalltod besagter Mutter zwanzig Jahre später ihrerseits nach Andalusien aufbrechen und erneut aus dem Nest fallen. Denn irgendwie bleibt allen dreien das Ankommen und die schon von ihrer Mutter so heiß ersehnte Selbstfindung versagt. Aussteigen, das zeigt einem Theresa Doppler nicht ohne Ironie, kann sich zu einem reichlich absurden Unterfangen auswachsen. Verena Schopper hat in ihrer Regie diese vermeintlich entschleunigende aber in Wahrheit ungemein lähmende mediterrane Hinterlandatmosphäre akustisch wie visuell wunderbar verdichtet. Marion Fuhs, Ulrike Lasta, Matthias Tuzar und Raphael Kübler begeistern dabei durch ihr präzis-subtiles Zusammenspiel.
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