13.10.2014, 09:48 Uhr

Zaren, Schiller, FBI: Fälle für Walther Parson

Walther Parson hielt in seinem Leben schon die Berühtmesten "Gebeine" – bzw. ihre DNA-Proben – in seiner Hand. (Foto: Parson)

Walther Parson stellt sein Buch am Dienstag, den 14.10 um 19.30 in der Tyrolia (Maria-Thersien-Str.) vor.

Er forscht, berät und identifiziert – Walther Parson ist einer der besten Gerichtsmediziner der Welt.
Walther Parson ist Uni-Professor in Innsbruck und weltweit anerkannter Forensiker: Er hat (und tut es heute noch) Fälle betreut, die die Menschen beschäftigen. Die Identifizierung der "Gebeine Schillers" aus Weimar oder die der verschollenen Zarenkinder. Jetzt ist der Wissenschaftler endlich so weit und bringt sein erstes Buch mit den spannendsten Fällen der Gerichtsmedizin heraus.

Ein "Zufallsjob"
DNA-Analysen in der Gerichtsmedizin werden seit den 90er Jahren eingesetzt. Walther Parson war frisch diplomierter Biologe zu dieser Zeit und diese Art der Gerichtsmedizin noch sehr neu. Erst war es nur ein Projekt, geblieben ist er zwanzig Jahre. "Das war mein erster Job und ist es noch bis heute", lacht er über den Zufall.
Faszinierend findet der Wissenschaftler, dass dank DNA-Analysen so viel herausgefunden werden kann: "Von Kriminalitätsbekämpfung über Identifikation von historischen Persönlichkeiten bis hin zum Identifizieren unterschiedlicher Opfer." So ist er auch Mitglied der "International Commission on Missing Persons". Diese Organisation beschäftigt sich z.B. mit der Identifizierung von Opfern des Jugoslawienkrieges oder denen des verheerenden Tsunamis 2004.

Der Mann, der das FBI berät

Auch ist er beim FBI. Als Qualitätskontrolleur ist er einer der Wenigen, die in Quantico (Virginia, USA) in die gut gesicherte FBI-Zentrale kommen. Er prüft die vorhandenen DNA-Analysen. "Ungewöhnlich viele Sicherheitsvorkehrungen werden jedes Mal durchgeführt", erklärt er über das mehr als sechsmonatige Prozedere, bevor er das Gebiet betreten darf. Seit 2010 arbeitet er für die Organisation und wird ein- bis zweimal jährlich zum Arbeiten eingeflogen. "Wie man es aus Filmen kennt. Erst fährt man durch einen finsteren Wald, dann kommt man am Bunker an, letztlich wird man stundenlang untersucht, bis man wirklich im Gebäude ist."
Er berät jedoch auch andere Organisationen sowie NGOs und arbeitet eng mit Universitäten und Institutionen in aller Welt zusammen: "Diese Zusammenarbeit macht mir viel Freude", sagt er sichtlich begeistert.

CSI ist wahrheitsgetreu

Übrigens findet er, dass die typischen "CSI-Serien" im Großen und Ganzen der Wahrheit entsprechen: "Sie sind nur viel schneller dargestellt, solche Analysen können viele Wochen in Anspruch nehmen." Warum diese Serien seiner Meinung nach so beliebt sind? "Einerseits waren Krimis immer beliebt, andererseits gibt's viele Leute, die sich für Technik interessieren: Mit der Forensik in den Serien bekommt diese Komponente ebenfalls seine Rolle."
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