12.06.2018, 11:57 Uhr

Patscherkofel: Elf Millionen sind alternativlos

Die Suche nach Schuldigen hat begonnen. Eine Sonderprüfung des Kontrollamtes soll die Verantwortung klären. (Foto: zeitungsfoto.at)

Regierungspartner müssen am Donnerstag die zusätzlichen Finanzmittel für die Kofel-Bahn freigeben.

Die Opposition schäumt. FPÖ-Chef Rudi Federspiel will politisch Köpfe rollen sehen: "Oppitz-Plörer, Gruber und Schwarzl sind untragbar. Alle drei müssen sofort zurücktreten!" Besonders der ehemaligen Stadtchefin lastet er die Hauptschuld für das finanzielle Desaster am Patscherkofel an.

"Als Pinocchio verspottet"

Federspiel hat schon vor Monaten im STADTBLATT darauf hingewiesen, dass der Kostenrahmen für die neue Patscherkofelbahn nie und nimmer halten wird. Er ging damals von Gesamtkosten in Höhe von 70 Millionen Euro aus. "Jetzt zeigt sich, dass diese Befürchtungen sogar noch übertroffen werden. Dafür musste ich mich im Wahlkampf als Pinocchio verspotten lassen", ärgert sich der Chef der größten Oppositionspartei FPÖ.

Nachtragskredit notwendig

Tatsächlich bleibt der nunmehrigen Stadtregierung nichts anderes übrig, als die fehlenden elf Millionen Euro für die Bahn nachträglich zu bewilligen. Andernfalls müsste die Patscherkofelbahn In­frastruktur GmbH wohl Konkurs anmelden, was weitreichende Folgen für die Stadt selbst und alle anderen Tochtergesellschaften hätte. Während Grüne, Für Innsbruck und ÖVP von Anfang an signalisiert hatten, für die Finanzierung – die im Übrigen auch im Koalitionspapier verankert ist – zu stimmen, zierte sich die SPÖ erst. Dass die SPÖ tatsächlich ausschert und damit aus der Regierung aussteigt, gilt mittlerweile jedoch als nahezu ausgeschlossen.


Wer veranlasste was?

Unterdessen hat Bgm. Georg Willi klargestellt, dass er eine umfangreiche Aufarbeitung der Causa und auch die Klärung der Verantwortung will. Ein umfangreicher Prüfauftrag aller Vorgänge rund um den Bau ist bereits an das städtische Kontrollamt ergangen. Diese weisungsfreie Behörde soll in den nächsten Wochen sämtliche Vorgänge im Rahmen einer Sonderprüfung durchleuchten – auch die Frage nach der politischen Verantwortung. Tatsächlich dürfte der entscheidende Zeitraum Ende Mai 2017 sein.


Teure Forcierung

Damals zeichnete sich ab, dass aufgrund einiger Widrigkeiten und wetterbedingter Verzögerungen der sehr ambitionierte Zeitplan wohl nicht zu halten sein dürfte. Immerhin sollte die Bahn und alle Hochbauten binnen weniger Monate errichtet werden. Die vordringliche Frage ist also, wer die Forcierungsmaßnahmen im fraglichen Zeitraum beauftragt hat.
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Svein Ernst Gerhardsen aus Innsbruck | 12.06.2018 | 18:21   Melden
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