29.11.2017, 20:50 Uhr

Tirol: Kritik an der Glyphosat-Verlängerung - Freiwilligkeit gefordert

Nach Glyphosat-Verlängerung braucht es einen freiwilligen Verzicht auf das krebserregende Giftspritzmittel - so Gabriele Fischer von den Grünen. (Foto: pixabay/hpgruesen - Symbolbild)

Glyphosat - ein Unkrautvernichtungsmittel - bekommt für weitere fünf Jahre die Zulassung. Nun gibt es Kritik - nicht nur von den Grünen.

TIROL. In den vergangenen Tagen hat die EU sich dazu entschieden, das krebserregende Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat weitere fünf Jahre zuzulassen.

Freiwilliger Verzicht  der  Tiroler Landwirtschaft als Lösung

Grüne Landwirtschaftssprecherin Gabriele Fischer sieht nun die Tiroler Landwirtschaftskammer und den LK-Tirol Präsident Josef Hechenberger in der Pflicht: Die Landwirtschaftskammer müsse über die gesundheitsschädliche Stoffe umfassend informieren. In weiterer Folge müssen diese auf den Einsatz von Glyphosat verzichten. Dies sei zum Wohle aller KonsumentInnen. „Was es jetzt braucht, ist ein freiwilliger Verzicht in Tirol auf den Einsatz dieses Gift-Spritzmittels auf unseren Feldern. Niemand will krebsergende Mittel auf den Tellern haben.Tirol kann hier einen anderen Weg einschlagen“, so Gabriele Fischer.

Auch Gemeinden sollen auf Glyphosat verzichten.

Aber auch in vielen Tiroler Gemeinden wird das Spritzmittel für die Gemeindeflächen verwendet. Fischer geht davon aus, dass Tirol gänzlich Glyphosat frei werden kann. Gemeinden wie Telfs oder Innsbruck verzichten bereits auf Glyphosat. Auch der Bezirk Osttirol geht in diese Richtung. „Ich wünsche mir für die Menschen in Tirol, dass wir sagen: Ja es geht! Auch wenn auf EU-Ebene die Konzerninteressen über den Gesundheitsschutz der Konsument*innen gestellt wurden.", so Gabriele Fischer.

96 Prozent der Tiroler Betriebe verzichten auf Glyphosat

In Tirol verzichten bereits fast 95 Prozent der Betriebe auf Herbiziden und damit auf Glyphosat, so LK-Tirol Präsident Josef Hechenberger: „Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist in der Landwirtschaft streng geregelt und wird flächendeckend kontrolliert." Kritisch sei jedoch die Verwendung von Mitteln wie Glyphosat im privaten Bereich zu sehen. Rund 30 Prozent der glyphosathaltigen Produkte dürfen - ohne Kontrolle und Aufzeichnung - im Bereich von Haus und Garten verwendet werden.

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