09.11.2017, 13:14 Uhr

Transit weiter Thema in Tirol

Immer mehr Parteien und Politiker - auch in Südtirol - sehen die zunehmende Belastung durch den Transitverkehr als Problem - jetzt sind Maßnahmen gefordert. (Foto: pixabay - Symbolbild)

Immer mehr Parteien und Politiker - auch in Südtirol - sehen die zunehmende Belastung durch den Transitverkehr als Problem - jetzt sind Maßnahmen gefordert.

TIROL. Am Mittwoch, 8.11.2017 stimmte der Südtiroler Landtag einem Antrag zur Verringerung der Transitbelastung zu. Immer mehr Leute stellen sich nun gegen die Transitbelastung entlang der Brennerroute, so Tirols VP-Verkehrssprecher Martin Wex . Alpentransitbörse könnte eine Alternative sein.

Belastung für den gesamten Alpenraum

Aktuell ist der Brennerpass die günstigste Tranistroute. Dadurch würde diese Strecke für den Durchzugs- und Umwegverkehr weiterhin interessant bleiben, so Martin Wex. Diese Belastung treffe nicht nur die Menschen, Natur und Infrastruktur in Tirol. Der Transit sei Thema im gesamten Alpenraum und für alle eine große Herausforderung. Selbst im bayrischen Inntal steigt in der Bevölkerung der Unmut über die zunehmende Verkehrsbelastung, so Wex.

Verkehrsgipfel der Europaregion Tirol im Jänner 2018

Beim Verkehrsgipfel der Europaregion Tirol im Jänner 2018 soll die Reduzierung des Transitverkehrs das zentrale Thema sein. Gleichzeitig sollen alle rechtlichen Möglichkeiten genutzt werden, um verkehrs- und finanzrechtliche Maßnahmen zur Reduktion des Transitverkehrs zu verordnen. Eine wesentliche Maßnahme soll die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene sein. Weiters soll es möglich sein, andere, kürzere alpine Transitrouten zu schaffen. Mit diesen Initiativen soll die Bevölkerung, Natur und Wirtschaft entlastet werden. Längst überschrittene Grenzwerte an Lärm und Stickstoffdioxiden sollen wieder eingehalten werden.

Alpentransitbörse als Alternative

Die Alpentransitbörse stammt aus der Schweiz und sieht eine Höchstzahl von LKW-Fahrten über die Alpen vor. Dabei soll eine bestimmte Anzahl an Fahrten je Transitroute an einer Börse gehandelt werden. Wer keine Durchfahrtszertifikate hat, muss den Transport über die Schiene wählen. Aktuell könnten in den Regierungsverhandlungen die Grundlagen für diese Alpentransitbörse geschaffen werden. „Die Alpentransitbörse macht nicht nur ausschließlich europaweit Sinn, sie muss wegen des Eingriffs in die Warenverkehrsfreiheit auch von allen EU-Mitgliedsstaaten mitgetragen werden“, so die Tiroler Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe. Die kommende österreichische Regierung müsste eine Obergrenze für die Fahrten über den Brenner festlegen.

Billige Maut und günstige Dieselpreise

Aktuell fahren rund 2,2 Millionen LKW jährlich über den Brenner. Verantwortlich für diese Belastung sind die niedrigen Mauten in Italien und Deutschland und die niedrigen Dieselpreise in Österreich, so Ingrid Felipe. Aus diesem Grund müsse Österreich die steuerlichen Begünstigungen für Diesel beenden.

Maßnahmenkatalog zur Transit-Trendwende

Das Land Tirol hat einen Maßnahmenkatalog erarbeitet, um den Schwerverkehr auf Tirols Straßen zu verringern, so Landeshauptmann Günther Platter.
Dabei soll das LKW-Dosiersystem beibehalten werden. Mittels eines Dosierkalenders sollen die verkehrsintensiven Tage im Jahr festgestellt werden. Weiters soll eine LKW-Obergrenze festgelegt werden. Selbstverständlich soll der BBT (Brenner Basistunnel eine adäquate Maßnahme darstellen, um bis zu zwei Drittel der Waren hier zu transportieren.
Entlang der Brennerroute von München bis Verona soll die Maut an die Tiroler Verhältnisse angepasst und der grenzüberschreitende Schienenverkehr vereinfacht werden.

Mehr zum Thema

Brenner: Plan zur Transit-Trendwende präsentiert
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.