04.12.2017, 17:55 Uhr

Willi will 6er nun doch wiederbeleben

Die Zukunft der Linie 6 wird zumindest in Igls ein beherrschendes Wahlkampfthema werden.

Der grüne Bürgermeisterkandidat Willi entdeckt das Thema "Linie 6" für sich. SPÖ und FPÖ: "Trittbrettfahrer!"

Die Zukunft der Straßenbahnlinie 6 nach Igls hängt in der Schwebe. Wie berichtet wurde der Fahrplan der Linie im Herbst massiv eingeschränkt. Tatsächlich verkehrt die Bahn an Werktagen nur noch ein einziges Mal – in aller Früh als Schulzubringer. Ab Dezember soll sich eine Arbeitsgruppe unter Leitung der IVB ergebnisoffen damit befassen, wie es mit der 6er weitergeht. Ins Leben gerufen hat diese Arbeitsgruppe die Verkehrsreferentin Vizebgm. Sonja Pitscheider. Ausgerechnet ihr "Parteifreund" Georg Willi legt sich nun aber fest: "Die 6er muss beschleunigt und bis ins Stadtzentrum verlängert werden!"

Schelte von SPÖ und FPÖ

Für FPÖ-Chef Rudi Federspiel und SPÖ-Chef Helmut Buchacher – beide hatten sich schon im Sommer für den Erhalt der 6er stark gemacht – ist die "Kursänderung" des grünen Frontmannes ein Affront. Beide bezeichnen ihn als "politischen Trittbrettfahrer". "Das ganze Thema würde gar nicht existieren, wenn die Grünen eine vernünftige Verkehrspolitik gemacht hätten", ärgert sich Federspiel. Und Buchacher befürchtet, dass die Arbeitsgruppe "zu einer Kaffeeklatsch-Partie verkommt". Er hatte wiederholt kritisiert, dass die Arbeitsgruppe von den IVB geleitet wird. Sowohl von SPÖ als auch von FPÖ wird eine Verlängerung der Straßenbahnlinie ins Stadtzentrum gefordert, um diese nicht zur "reinen Ausflugsbahn" verkommen zu lassen.

Willis Forderungen im Detail

Neben der Anbindung ans Stadtzentrum schlägt Willi vor, den Fahrplan und die Taktung so zu gestalten, dass die Linie mit einer Bahngarnitur und einem Fahrer bedient werden kann – für einen Umlauf also exakt 60 Minuten braucht. Zudem regt er an, mittelfristig eine Verlängerung der Bahn ins Ortszentrum von Igls ins Auge zu fassen, um diese auch als Nahverkehrsmittel attraktiver zu machen. Denn dadurch würde sich der Einzugsbereich auf etwa 1.600 Personen verdoppeln.
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