02.11.2016, 11:14 Uhr

Innsbruck !?!?!

Innsbruck: Bergiselstadion |

14. Teil: Die Reise in meine Vergangenheit.


Nach dem langen Reisetag erreichten wir unser Hotel in Innsbruck. Gerade noch auf Zeit, denn das Hotel hatte nur wenige Parkplätze. Nach uns hatten alle Gäste Pech, denn in Innsbrucker Stadtteil Hötting sind Parkplätze schwierig zu finden.
Beim Check-In etwas Unerwartetes: unser gebuchtes Zimmer war im 3.Stock in einem Haus ohne Lift. Wir ersuchten um ein anderes Zimmer, welches sogar im Erdgeschoß lag. Die Aussicht und das Zimmer im 3. Stock wären angeblich schöner gewesen, weil uns unsere Knie wichtiger waren, verzichteten wir darauf.
Unser Zimmer hatte jedoch Boxspringbetten, wie sie heute große Mode sind. Nur die Springfedern waren schon älteren Datums. Nicht zum Springen geeignet, denn die Betten waren hart, aber einzelne Federn konnte man doch spüren.

In jedem Hotel sind die Frühstücksgäste am interessantesten. Da waren Familien, Urlauber, Weltreisende, verliebe Pärchen und ältere Paare die sich nichts mehr zu sagen hatten, Allein-und Gruppenreisende. Durch Zuhören erfährt man oft, woher die Gäste kommen. Unser Hotel hatte viele Gäste und darum konnte man das Spiel Sprachenerraten spielen. Da war auch eine Gruppe junge, schick, teuer und modern gekleidete Damen, die vermutlich aus dem Nahen-Osten kamen. Jede der Damen hatte eine Handtasche, die die Hälfte meiner Jahrespension kosten würde. Zum Frühstück aßen sie nur Kuchen und aus dem Striezel entfernten sie die Rosinen.
Von unserem Hotel konnte man, die Höttingergasse hinunter, die Altstadt zu Fuß erreichen. Ich hatte die Gasse in anderer, besserer Erinnerung. Alt waren die Häuser schon immer. Nur dass viele Häuser jetzt am Verfall waren, störte mich. Ebenso überall die Graffitikunst, die auch nicht meins ist. Viele Häuser hatten früher Lüftlmalerei oder zu mindestens ein Medaillon von einem Heiligen. Es gab zwar noch welche, nur die waren im schlechten Zustand kaum noch sichtbar. Alte Häuser fehlten zwischen der Verbauung. Der Verdacht kommt auf, dass man bewusst die Häuser vergammeln läßt, um Neubau in Beton bauen zu können. Der Wohlstand hat Innsbruck eingeholt.

24 Stunden sollten ausreichen sagte die Reklame, um einen guten ersten Eindruck dieser faszinierenden Stadt am Inn zu bekommen. Denn Innsbruck ist eine kleine Stadt und die meisten Sehenswürdigkeiten befinden sich in unmittelbarer Nähe zum Herzen der Stadt, dem Goldenen Dachl, im historischen Altstadtkern.
Wir waren zu früh in der Altstadt angekommen. Mit Güte wurde uns außerhalb einer Konditorei Kaffee serviert, auf der Terrasse wäre das erst um halb elf durch eine Gemeindeverordnung erlaubt. Nur den Schankgarten einrichten war scheinbar erlaubt. Wir wunderten uns darüber, aber auch wir waren an diesem Tag Touristen.
Um 11 Uhr ging´s erst los, die Busse mit den Touristen waren angekommen. Im Strom der Touristen entdeckten wir Innsbruck, die schön erhaltene Altstadt. Nach einem Blick zum Goldenen Dachl schlenderten wir durch malerischen Gassen. Alsdann wollten wir uns auf der früher bekanntesten Terrasse neben dem Landestheater ausruhen und entspannen. Mit Nichten. Eine große Baustelle fanden wir vor, das neue Musiktheater wurde da gebaut.

Die Sonne kam nicht durch die Wolken, weil es schwül und föhnig war und wir standen vor der Hofburg. Wie sollte es weiter gehen? Eine Stadtrundfahrt machen war die nächst- liegende Idee. Die zu dieser Zeit angebotene Rundfahrt war gerade weg, die Nächste fuhr in einer Stunde. Da könnten wir ja die Hofkirche besuchen!
Keine Frage, die Kirche ist sehenswert und die Statuen beeindruckend, das weiß ich aus meinen Jugendjahren. Um die Kirche zu besuchen, muß man heute, einen unverhältnismäßig hohen Eintrittspreis bezahlen, außerdem muß man sich eine "Multimedia-Präsentation" zur Geschichte Maximilians I. anzuschauen, bevor die Kirche betreten werden darf. Sie scheint sehr professionell aufbereitet zu sein, jedenfalls ist sie in vielen Sprachen und "vollautomatisch" zu bedienen. Für Kinder mag diese Präsentation sehr ansprechend gestaltet und informativ sein, für uns kam es gleich einem Puppenspiel. Haben die Touristen ein so niedriges Niveau?
Die Kirche selbst ist gleich geblieben. Die lebensgroßen Statuen, “Die sogenannten schwarzen Mannder”, um das riesige Grabmal herum sind schon was Besonderes!
Nach den Besuch der Hofkirche machten wir dann die Stadtrundfahrt. Vor dem Beginn wurden wir schon gewarnt. Das genaue Programm der Stadtrundfahrt ist abhängig von der jeweiligen Verkehrslage. An diesen Tag, es war ein Samstag, war die Lage besonders angespannt. Wir fuhren los und der Fremdenführer bemühe sich, uns so viel als möglich über die wichtigsten Attraktionen von Innsbruck zu erzählen. Doch der Verkehr in Innsbruck war wirklich ein Chaos. Mit Mühe kamen wir zum Bergisel. Wenigsten durch die gute Aussicht war es möglich, das neue Innsbruck anzuschauen. Die Stadt und die Nordkette waren ein mächtiger Anblick. Ich hatte schon bei den Vorbereitungen der Reise über die Neugestaltung des traditionsreichen Bergisel gelesen. Wie vermutet, moderner Baustil, die Tiroler Geschichte hinter Glas, nur mit Eintritt zu besichtigen. Geld gespart, denn die Zeit zur Besichtigung hatten wir ja nicht. Der Verkehr auf der Rückfahrt war noch furchtbarer. Noch nie habe ich so viele Autos auf kleinsten Raum gesehen. Durch das Einfahren bei Rot, Stoßstange an Stoßstange, keinen Millimeter dem anderen Verkehrsteilnehmer zu gönnen, wurde das Fiasko noch größer. Ergebnis einer Stadtrundfahrt: sie dauerte doppelt so lang als vorgesehen. Wenn einem gutbesprachten Reiseführer der Text ausgeht, ist das ein Zeichen, dass es mit der Verkehrsabwicklung nicht gut gestellt ist. Unsere Frage: wo waren die Polizisten vor denen man in meiner Zeit Respekt hatte? Verstecken sich diese Beamten heute in Verkehrszentralen hinter den Monitoren?

Nach zwei Stunden kamen wir zurück zur Hofburg. Wir suchten in einem Schanigarten eines bekannten Hotels Erholung und Labung. Egal ob Tiroler Gröstl, hausgemachte Käsespätzle oder süßer Topfenstrudel mit Sahne, kein Wunsch blieb hier offen.

Gelabt und beruhigt vom Trubel, wollten wir nur noch zum Hotel, Als Ausnahme leisteten wir uns ein Taxi. Wer die steile Höttingergasse kennt, wird uns Recht geben, denn wie haben unsere Reserven dieses Tages nicht richtig eingeschätzt. Innsbruck hat uns geschafft.

Die Beschreibung der Rückreise und ein Resümee folgen noch.
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Gerhard Woger aus Deutschlandsberg | 02.11.2016 | 11:27   Melden
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Daniela Hofer aus Wieden | 02.11.2016 | 12:15   Melden
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Erika Bauer aus Bruck an der Mur | 02.11.2016 | 13:15   Melden
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Franz Binder aus Weiz | 02.11.2016 | 16:17   Melden
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Petra Maldet aus Neunkirchen | 02.11.2016 | 17:52   Melden
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Karl Vidoni aus Innsbruck | 02.11.2016 | 20:25   Melden
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Hans Baier aus Graz-Umgebung | 06.11.2016 | 19:28   Melden
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Dietmar Mag.Pröstler aus Leoben | 07.11.2016 | 16:25   Melden
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Otto Windisch aus Graz-Umgebung | 08.11.2016 | 10:33   Melden
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