03.11.2016, 16:12 Uhr

Luzerner Beschluss: Alpenregionen arbeiten weiter für gute Luft

Tirol übernimmt iMonitraf-Vorsitz – höhere Straßenmaut dringend notwendig

Die Erhöhung der Straßenmaut und die einheitliche Preisgestaltung auf den Alpenrouten – das sind die wesentlichen Beschlüsse, die beim Netzwerktreffen der Alpeninitiative „iMonitraf“ gefallen sind. Vor Ort war neben der Gastgeberin, der Umweltregierungsrätin des Kanton Uri Barbara Bär und neben Südtirols Verkehrslandesrat Florian Mussner auch Tirols LHStvin Ingrid Felipe, die den Rückenwind aus der erfolgreichen Verordnung des sektoralen LKW-Fahrverbots in die Schweiz mitgebracht hat. Die anwesenden VertreterInnen von Regierungen aus der Schweiz und aus Italien haben gemeinsam mit der Tiroler Delegation festgehalten, dass der Ausbau des Transports auf der Schiene dringend vorangetrieben werden müsse. „Dazu ist neben Notwehrmaßnahmen wie dem sektoralen LKW-Fahrverbot auch ein Anziehen und ein Angleichen der Straßenmauten ein ganz wichtiger Hebel“, sagt LHStvin Felipe.

Vorsitz geht an Tirol

Instrument zur Harmonisierung der Mautsysteme soll das sogenannte „Toll plus“-System sein, für das sich die politische Runde ausgesprochen hat: Dabei geht es um die höhere Einrechnung der sogenannten externen Kosten – also Straßenabnutzung, Umweltverschmutzung und Unfallfolgekosten – in die Straßenmauten. Für weitere Vernetzungsarbeit zur Stärkung dieser wichtigen Anliegen des Alpenraums wird das seit 2012 aktive Netzwerk „iMonitraf“ jedenfalls die nächsten zwei Jahre weitergeführt. Tirol übernimmt in Person der Landeshauptmannstellvertreterin den Vorsitz für diese Dauer.

Am besten Weg zu besserer Luft

Wie stark die Bemautung abweicht, zeigen die Vergleichszahlen aus dem iMonitraf-Jahresbericht 2015: Am von schlechter Luft am stärksten belasteten Alpenpass – dem Brenner – sind gleichzeitig die Mauten am billigsten: Für den 314 Kilometer langen Korridor kostet die Maut 138 Euro für alte LKW der Euro-Klasse II und 126 Euro für neuere LKW der Euro-Klasse V. Die mit 176 Kilometer nur etwa halb so lange Gotthard-Transitroute ist mit 133 Euro für die neueren und 181 Euro für die älteren LKW deutlich teurer. Und am französischen Fréjus-Pass zahlen LKW mit 343 bzw. 360 Euro für eine 154 Kilometer lange Strecke beinahe drei Mal so viel Maut, wie am Brenner. „Das sektorale LKW-Fahrverbot ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu besserer Luft in Tirol. Der nächste Schritt besteht darin, die Dumping-Maut am Brennerkorridor zu erhöhen und Pull-Faktoren wie den niedrigen Dieselpreis in Österreich durch das steuerliche Dieselprivileg zu minimieren“, sagt LHStvin Felipe.
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