Lebensraum für über 3.400 Tiere
Amphibienteich in Jennersdorf trockengelegt

"Hier laichten vor dem Bau des Hochwasserbeckens tausende Amphibien", sagt Naturschutzbund-Bezirksobmann Joachim Tajmel.
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  • "Hier laichten vor dem Bau des Hochwasserbeckens tausende Amphibien", sagt Naturschutzbund-Bezirksobmann Joachim Tajmel.
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Ein 1,4 Hektar großer Teich am Grieselbach fiel einem Hochwasserschutzprojekt der Landes-Wasserbauabteilung zum Opfer.

Erdkröte, Grasfrosch, Springfrosch, Teichmolch, Grünfrösche - für über 3.400 Amphibien war der 1,4 Hektar große Teich im alten Hochwasserrückhaltebecken am Grieselbach in Jennersdorf ein wichtiges Laichgewässer. War, nicht ist. Denn der Teich wurde 2017 beim Bau des neuen Rückhaltebeckens ersatzlos trockengelegt.

Naturschutzbund protestiert

Den Naturschutzbund des Bezirks Jennersdorf treibt das auf die Barrikaden. "Es wurden alle naturschutzwertigen Lebensräume in diesem Gebiet zerstört, und zwar ohne Untersuchung, was die Naturverträglichkeit des Bauwerkes betrifft", ist Bezirksobmann Joachim Tajmel empört. "Das widerspricht der Fauna-Flora-Habitat-Richtline der EU und der Tatsache, dass Jennersdorf eine Naturparkgemeinde ist."

Tausende Kröten und Frösche

Am alten Rückhaltebecken floss der Grieselbach vorbei, nur bei Hochwasser war es überflutet. Seit der Vergrößerung durchfließt der Bach das Schutzbecken direkt. Zuvor wanderten die Frösche und Kröten von ihrem Laichgewässer in Richtung Landesstraße. Dort wurden sie von Krötenzäunen aufgehalten, von freiwilligen Helfern eingesammelt und über die Straße gebracht. "Das wird seit 1985 gemacht, darum wissen wir genau über die Zahl der vorkommenden Tiere Bescheid", erläutert Tajmel. Im Jahr 2000 wurden 1.231 Exemplare registriert, im Jahr 2018 bereits 3.470. Teichmuschel und Wasserfledermaus kamen ebenfalls vor, Eisvogel, Drosselrohrsänger und Teichhuhn jagen bzw. brüten hier.

"Hydraulische Gegebenheiten"

Das Büro von Naturschutzlandesrätin Astrid Eisenkopf gab auf Bezirksblatt-Anfrage keine Stellungnahme zum Thema ab. Die zuständigen leitenden Beamten Thomas Zechmeister (Naturschutz) und Christian Sailer (Wasserbau) sprechen von "verschiedensten hydraulischen Gegebenheiten". Aus wasserbaulichen Gründen und aufgrund der Funktionsweise des neuen, vergrößerten Rückhaltebeckens sei der Erhalt des Laichgewässers nicht möglich gewesen, so Zechmeister.

Neuanlage möglich

Sehr wohl möglich sei aber die Neuanlage eines Ersatzgewässers. "Sobald dafür ein abgestimmter Projektvorschlag ausgearbeitet und genehmigt ist, kann mit der Umsetzung begonnen werden, damit ehestmöglich ein Laichgewässer für gefährdete Amphibienarten zur Verfügung steht", so Sailer und Zechmeister. Aus wasserrechtlicher Sicht soll das Hochwasserschutzprojekt am Grieselbach voraussichtlich im Frühjahr 2020 überprüft und abgeschlossen sein.

Autor:

Martin Wurglits aus Güssing

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