Stillstand im öffentlichen Verkehr

  • Foto: ÖBB-Werbung GmbH / Harald Eisenberger
  • hochgeladen von Philipp Neuherz

"Ohne Auto bist' aufg'schmissen!"

Jennersdorf / Wien. - Was schon seit Generationen für die südburgenländischen Pendler Alltag ist, hat kürzlich eine Studie des Verkehrs Club Österreichs (VCÖ) bestätigt. Der VCÖ fordert darin ein dichteres Bahn- und Busnetz in den Regionen mit häufigeren Verbindungen, einen Stopp der Zersiedelung und eine stärkere Förderung von Gemeindekooperationen.

Die Zeit ist reif für eine neue Verkehrskultur!

Das Burgenland ist eindeutig von Auto-Abhängigkeit geprägt. Aber warum?
Ganz einfach: durch Zersiedelung, fehlender Nahversorgung und mangelnden Arbeitsplätzen müssen längere Distanzen zurückgelegt werden, um die Schule, Universität oder den Arbeitsplatz zu erreichen. "Gleichzeitig ist das Angebot des Öffentlichen Verkehrs häufig mangelhaft“, weiß VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer.

Südburgenland Schlusslicht bei Öffis-Verbindungen

Gerade im Südburgenland fehlt die optimale Bahnverbindung.
Eine Bahnverbindung nach Wien hat lediglich Jennersdorf (über Ungarn oder der Steiermark mit dem "Thermenlandexpress" - die Fahrtdauer beträgt hier Minimum 3 Stunden). In Güssing fehlen widerum die Schienen und in Oberwart wurde der Personenverkehr - trotz massiver Bürgerproteste - eingestellt.
Die einzige Alternative sind die Doppeldecker-Busse der Linie G1, die die Pendler tagtäglich nach Wien befördern. Güssing fahren 13 Busse pro Tag an, in Oberpullendorf sind es 17 und in Oberwart 18. Immerhin sind die Dr. Richard-Busse mit Klimaanlage, Radio an jedem Sitzplatz und kostenloser W-LAN Verbindung ausgestattet. Doch die Fahrtpreise waren auch schon einmal billiger...

Gesamtverkehrskonzept im Planung

Der Kurierberichtet, dass laut ÖVP an einem Gesamtverkehrskonzept gearbeitet wird. Denn "die schnelle Erreichbarkeit ist für die Wirtschaft und den Tourismus wichtig“, so Thomas Böhm, Büroleiter von Landesrätin Michaela Restar, gegenüber dem Kurier. "Die Landesrätin sei aber nur für die Verkehrssicherheit zuständig und nicht für den öffentlichen Verkehr" heißt es weiter.

Die Mobilitätszentrale Burgenland, hätte zu „diesem heiklen Thema“ keine Auskunft geben wollen.

"Wir werden da herunten einfach im Stich gelassen!"

Laut den burgenländischen Grünen "sind weder Landes- noch Bundesregierung gewillt, im Süden bedarfsgerechte Konzepte umzusetzen“, die regionalen Modelle würden nicht die nötige Förderung erhalten, das Land setze nur auf den Bau von Straßen. „Die Menschen hier werden einfach im Stich gelassen.“

Gemeint ist damit beispielsweise die Schnellstraße S7, welche seit über 10 Jahren in Planung ist, aber noch kein Baustart erfolgt ist. Doch genau die S7 würde die regionale Wirtschaft fördern und den Tourismus anheben - da sind sich ÖVP und SPÖ einig; die Grünen dagegen.

Keine rosige Zukunft?

Wenn die Politik, sowohl auf landes- als auch auf bundesebene nicht bald etwas dagegen unternimmt, werden ganze wohl Orte "aussterben". Die Jungen zieht es immer mehr in die Großstädte (weil dort Bildung und genügend Arbeitsplätze vorhanden sind), die ältere Generation stirbt langsam, aber doch aus.

Klar ist also, dass dringend gehandelt werden muss. „Es braucht einen Masterplan ,Regionale Mobilität'. Denn ohne Änderung werden Menschen am Land von Mobilitätsarmut betroffen sein“, warnt VCÖ-Experte Markus Gansterer.

Autor:

Philipp Neuherz aus Penzing

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