Spar-Geschäft Rabel schloss
Heiligenkreuzerin war 55 Jahre lang Geschäftsfrau

Von April 1966 bis April 2021 führte Ingrid Rabel ihr Lebensmittelgeschäft in Heiligenkreuz. Allein, aber dafür mit Liebe, Leib und Seele.
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  • Von April 1966 bis April 2021 führte Ingrid Rabel ihr Lebensmittelgeschäft in Heiligenkreuz. Allein, aber dafür mit Liebe, Leib und Seele.
  • Foto: Martin Wurglits
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Am 26. April 1966 eröffnete Ingrid Rabel ihr Lebensmittelgeschäft in Heiligenkreuz, am 3. April 2021 schloss sie es. Schier unglaubliche 55 Jahre stand die älteste Gewerbetreibende des Bezirks Jennersdorf, die heuer 79 Jahre alt wird, in ihrem Geschäft. Praktisch jeden Tag, aber stets mit vollem Engagement.

"Ich habe meinen Beruf geliebt", bekennt sie. "Es war immer abwechslungsreich, mit den verschiedensten Leuten zu tun zu haben. Und ich habe mich immer um meine Kundschaft bemüht. Anders hat man keinen Erfolg."

1966 ihrer Zeit voraus

Als Rabel 1966 das Geschäft ihres Vaters, das zuvor im Haus gegenüber untergebracht war, im Alter von 24 Jahren übernahm, war das Betriebskonzept geradezu revolutionär. Der funkelnagelneu erbaute Laden war mit 120 m² Verkaufsfläche sensationell groß, und es war das erste Selbstbedienungsgeschäft, das es in Heiligenkreuz gab.

Viele Durchreisende kauften ein

Profitiert hat Rabel auch von der Lage an der Bundesstraße in Richtung Grenzübergang. "Ich hatte Stammkunden aus Heiligenkreuz, der Umgebung und aus Ungarn. Auch sehr viele, die auf der Durchfahrt zwischen der ´Steiermark und Ungarn waren, sind zum Einkaufen stehengeblieben."

Wo Wladimir Putin einkaufte

Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, als Kunden aus dem Nachbarstaat in Scharen über die Grenze strömten, erlebte Rabel die goldene Blütezeit ihres Geschäfts. Einmal hat sogar Wladimir Putin hier eingekauft. "Das war lange, bevor er russischer Präsident wurde. Er hatte damals irgendetwas in Österreich zu tun", erinnert sich Rabel. Und der Maler Gottfried Helnwein hat ein Foto ihres Geschäfts, das er in Heiligenkreuz aufgenommen hatte, für ein Bild verarbeitet, das er in der Wiener Albertina ausstellte.

Schlusspunkt

Bei Rabels Entscheidung, endgültig zu schließen, haben neben der Altersfrage auch wirtschaftliche Gründe eine Rolle gespielt: die weniger werdende Stammkundschaft, der neue Billa einen halben Kilometer weiter, der fast zum Erliegen gekommene Grenzverkehr aufgrund der Corona-Pandemie. Mögliche Übernehmer gab es in der Familie keine. Rabels Neffen, die im Geschäft halfen, sind auch schon im Pensionsalter.

Spar-Treue

Die gesamten 55 Jahre wurde Rabel von Spar mit Waren beliefert. Was selbst für den großen Lebensmittelkonzern nicht alltäglich ist: Am letzten Öffnungstag kam daher die gesamte steirisch-südburgenländische Führungsriege von Spar nach Heiligenkreuz, um Rabel zu verabschieden.

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