09.11.2016, 16:42 Uhr

Schloss Tabor bekommt ganzjährigen Kulturbetrieb

Schloss Tabor soll mit Oper, Ausstellungen, Konzerten und Museum zu einem ganzjährigen Kulturbetrieb werden.
Oper allein soll es nicht sein. Das spätmittelalterliche Schloss Tabor in Neuhaus am Klausenbach wird zu einem ganzjährig betriebenen Kulturzentrum ausgebaut. Dietmar Kerschbaum, Erfinder und Intendant des Jennersdorfer Festivalsommers Jopera, stellt dafür derzeit die Weichen.

"Carmen" und mehr

"Von Jopera ausgehend ist eine ganzjährige kulturelle Nutzung unser Ziel", erklärt Kerschbaum. Herzstück bleiben die Opernaufführungen, die 2017 zum 15-jährigen Festivaljubiläum "Carmen" aufs Schloss bringen. Dazu sollen sich Konzerte, Wanderausstellungen und eine Dauerausstellung gesellen, die ab 2019 die Geschichte des Schlosses, der Region und des Drei-Länder-Ecks anschaulich macht.

Nicht nur im Advent

Für 2017 plant Kerschbaum einen international ausgeschriebenen Fotowettbewerb, in dem es um Landschaft und historische Gebäude geht. Zur Dauereinrichtung soll der Adventmarkt werden, der heuer am 10., 11., 17. und 18. Dezember erstmals im historischen Schlosshof abgehalten wird. "Es gibt Kunsthandwerk, regionale Kulinarik sowie eine Sing-, Lese- und Bastelstube", erläutert Kerschbaum.

Erlebnis-Gastronomie

Ausgebaut wird auch das gastronomische Angebot. Derzeit hat während der Veranstaltungen ein kleines Café geöffnet, das künftige Angebot lässt sich am ehesten mit "Erlebnis-Gastronomie" beschreiben. "Wir stellen das Schloss Firmen oder Hochzeitsgesellschaften zur Verfügung, denen wir einen individuellen Rahmen bieten. Wir können von der Musik bis zu Kostümen alles inszenieren", beschreibt Kerschbaum.

Stiftung zwecks Schloss-Ankauf

Damit sich diese Pläne auch alle in die Tat umsetzen lassen, plant er den Kauf des Schlosses. "Derzeit ist Jopera der Pächter, und zwar mit einem Vertrag bis 2021. Ziel ist es, eine gemeinnützige Stiftung einzurichten, die die Immobilie kauft", erklärt Kerschbaum. Die stiftungsrechtliche Bewilligung durch Finanzministerium und Landesregierung stehe unmittelbar bevor, spätestens im Jänner könne der Kauf über die Bühne sein.

Derzeit gehört Schloss Tabor dem Naturpark Raab bzw. dessen fünf Trägergemeinden. Einen möglichen Kaufpreis zu nennen, ist laut Kerschbaum noch zu früh.

Das neue KUZ

"Tabor soll nicht privatisiert werden, sondern ein Ort der kulturellen Begegnung sein, der auch einen touristischen Zusatznutzen bietet", stellt Kerschbaum fest. Diesbezüglichen "Nachholbedarf" habe die Region mit ihren rund 20.000 Einwohnern jedenfalls. "Ich möchte, dass Tabor das neue Kulturzentrum im Bezirk Jennersdorf wird", lautet Kerschbaums Ziel.

Geschichte von Tabor

Schloss Tabor wurde im Jahr 1470 erbaut. Ab 1607 befand es sich im Besitz der Batthyánys und wurde barockisiert. Das älteste Gebäude im Bezirk Jennersdorf war bis 1964 ständig bewohnt.

Schloss Tabor ist Teil des neuen österreichisch-slowenischen Kulturprojekts "3-2-1 Go". Gemeinsam mit Schloss Grad im Naturpark Goričko und dem Museum im Schloss Murska Sobota sollen neue Wege im Kulturtourismus beschritten werden.
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