Josefstädter Straße
Kommt jetzt Tempo 40 statt 30?

Auf der Josefstädter Straße möchten Bezirkspolitiker den Individualverkehr beschränken, ohne die Öffis zu bremsen.
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  • Auf der Josefstädter Straße möchten Bezirkspolitiker den Individualverkehr beschränken, ohne die Öffis zu bremsen.
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Die Tempo-30-Zone auf der Josefstädter Straße ist vorläufig vom Tisch. Wie geht es jetzt weiter?

Die Diskussion über die Einführung von Tempo 30 auf der Josefstädter Straße hat vorläufig ein Ende gefunden. Der Antrag, der auf Initiative der Grünen in Absprache mit allen Fraktionen im September eingebracht worden war, wurde nun von der ÖVP, der SPÖ und der FPÖ in der Mobilitätskommission abgelehnt. „Das hat uns schon verwundert“, so Bezirksvorsteherin-Stellvertreter Alexander Spritzendorfer (Grüne). „Denn zuvor waren dem Antrag gegenüber alle positiv eingestellt gewesen.“

Der Hintergrund: Die Josefstädter Straße ist eine Hauptverkehrsader und der Straßenzug mit den meisten Unfällen im Bezirk. Gerade in Stoßzeiten kommt es hier oft zu Geschwindigkeitsüberschreitungen. Mit einer 30er-Zone wollten die Grünen dem entgegenwirken. Zu Rate gezogene Experten seien zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Verkehrsberuhigung weniger Lärm, Abgase und eine geringere Unfallhäufigkeit bringen würde. Gegner einer Tempo-30-Zone sind aber die Wiener Linien. Denn auch die Straßenbahnlinie 2 wäre von der Temporeduktion betroffen. Und viele Bewohner würden schon jetzt über Verspätungen und unregelmäßige Intervalle klagen.

Modellregion für Tempo 40?

"Wegen der Bedenken der Wiener Linien wurde der Antrag in der Mobilitätskommission abgelehnt", erklärt Bezirksvorsteherin Veronika Mickel-Göttfert (ÖVP). Denn obwohl sie selbst die Tempo-30-Zonen in der Strozzi- und der Piaristengasse befürwortet habe, weil die Busse dort ohnehin nicht schneller fahren würden, sehe dies auf der Josefstädter Straße anders aus.
Die Linie 2 fahre hier mit 40 km/h, wie es eine interne Regelung der Wiener Linien vorsieht. Darauf aufbauend, schlägt Mickel-Göttfert nun eine Tempo-40-Zone auf der Josefstädter Straße vor. So würde man die Öffis nicht bremsen und der Individualverkehr müsste dennoch langsamer fahren.
Ein Vorschlag, der auch bei den Wiener Linien gut ankommt.

Nicht an Bord dürfte aber die Stadt sein. Schon ein Antrag der Grünen aus dem Vorjahr auf eine 40er-Zone in der Josefstädter Straße wurde von Stadträtin Maria Vassilakou (Grüne) abgelehnt. Die Begründung: Man wolle zusätzlich zu Tempo 50 und Tempo 30 nicht eine weitere Geschwindigkeitszone einführen. Tempo-40-Modellzonen hätten nicht die gewünschten Ergebnisse gebracht und würden deshalb wieder eingestellt.

Ungewisser Ausgang

„Die Argumente der Stadt erscheinen mir schlüssig und nachvollziehbar“, meint Spritzendorfer. Mickel-Göttfert will dennoch einen weiteren Versuch wagen und hofft, mit der künftigen Verkehrsstadträtin Birgit Hebein (Grüne), die Vassilakou planmäßig im Juni folgen soll, eine Lösung zu finden.

Auf der Josefstädter Straße möchten Bezirkspolitiker den Individualverkehr beschränken, ohne die Öffis zu bremsen.

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