Panigl
Kultlokal in der Josefstadt schließt

Kurt Heigl will sein Lokal in guten Händen wissen. Die Suche nach einem Nachfolger hat gestartet.
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Auf ein ganzes Leben in der Gastronomie blickt Panigl Besitzer Kurt Heigl zurück. Nach 30 Jahren geht er nun in die wohlverdiente Pension.

JOSEFSTADT. Das "Bitte lächeln!" für das Pressefoto fällt dem Vollblut-Gastronomen Kurt Heigl sichtlich etwas schwer, auch wenn er immer wieder betont, dass es Zeit für einen neuen Lebensabschnitt sei.

Im Oktober vor genau 30 Jahren öffnete Heigl zum allerersten Mal als Eigentümer des Panigl die Türen für seine Gäste. Nie hätte er sich erträumt, dass diese Bauchentscheidung, wie er die Übernahme des Lokals selbst betitelt, zu solch einem Erfolg führen würde. "Geplant hatte ich gar nichts, ich dachte mir einfach: ‚Spielen wir Hollywood‘, wie Ernst Happel es einst so schön formulierte", erinnert sich der Gastronom mit einem frechen Lächeln auf den Lippen.

Heute ist Heigl ein Kapazunder in gastronomischen Belangen und in Wien allseits bekannt. Dem war jedoch nicht immer so. Denn in jungen Jahren brach er seinen schulischen Werdegang ab, packte seine sieben Sachen und zog in die große Stadt. Dort erlernte er das Handwerk des Buchhändlers und landete im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Kellner aus Leidenschaft

Wer jedoch Kurt Heigl auch nur einmal gesehen hat, weiß, dass dieser Mensch wesentlich mehr Action in seinem Leben benötigt. So kam es auch: Er begab sich in die Gastronomie und kam als Kellner bei einem Freund namens Thomas Gamperl unter. Dieser besaß damals das Panigl in der Schönlaterngasse im#+1. Bezirk. Heigl machte seine Sache gut, denn schon bald darauf wurde er Geschäftsführer des neu geplanten Standorts in der Josefstadt.

Viele Promis im Panigl

"Ein Jahr später wollte sich Gamperl unbedingt ein Schloss in Polen kaufen. Da übernahm ich einfach, ohne groß nachzudenken", so der Wirt. Mittlerweile sind 30 Jahre ins Land gezogen und Heigl spürt die Auswirkungen eines ganzen Lebens in der Gastronomie. "Erste Ermüdungserscheinungen haben sich nach 20 Jahren gezeigt. Da habe ich dann auch meinen Alkoholkonsum drastisch reduziert. Als ich dann vergangenes Jahr einen Herzinfarkt hatte, habe ich auch mit dem Rauchen aufgehört", resümiert Heigl. Gemeinsam mit seiner Gattin Christina Förster bewirtete Heigl große Namen aus der Politik, den Medien und auch aus Hollywood. So zählt zum Beispiel auch Schauspieler Johnny Depp zu den Liebhabern des Lokals. "Vorher hatte er einen Auftritt im U4 und dann ließ er sich zu uns chauffieren", so Förster amüsiert. "Bis heute finde ich es noch immer lustig, wenn große Limousinen vor unserer Tür stehen bleiben, Bodyguards aussteigen und die Prominenten in das Lokal geleiten", scherzt Heigl.

Doch trotz zahlreicher emotionaler Augenblicke ist nun nach 30 Jahren endgültig Schluss mit der Gastronomie. "Am 10. Mai findet ab 18 Uhr unser Abschlussfest statt. Doch keine Angst, wir schließen noch nicht. Im Moment sind wir auf der Suche nach einem Nachfolger. Wenn dieser bereit ist, zu übernehmen, hören wir auf", erklärt Heigl.

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