Josefstadt
Wird die Platane in letzter Sekunde gerettet?

Die 80-jährige Platane in der Josefstadt. Wird sie gefällt oder doch umgepflanzt?
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  • Die 80-jährige Platane in der Josefstadt. Wird sie gefällt oder doch umgepflanzt?
  • Foto: Grüne Josefstadt
  • hochgeladen von Larissa Reisenbauer

Für den U-Bahn Bau soll in der Josefstadt eine 80 Jahre alte Platane weichen. Der Umweltschutzverein Kuratorium Wald appelliert an Wiener Linien.

JOSEFSTADT.  Im Zuge des U-Bahn Baus U2 und U5 kommt es derzeit in der Josefstadt zu erhitzten Gemütern. Grund dafür ist die geplante Fällung der über 80-jährigen Platane in der Josefstädter Straße, gleich gegenüber des Cafe Eiles.

Neben dem Bezirk setzt sich nun auch der Umweltschutzverein Kuratorium Wald für den Erhalt dieses Naturgutes ein: Sie wollen die Platane umpflanzen. Die Wiener Linien haben dafür bei der zuständigen Baufirma ein zweiwöchiges Zeitfenster angefordert.

Umpflanzung der Platane möglich?

Auch die Wiener Linien wollen den Baum retten und unterstützen die Initiative. Die Kosten für eine Umpflanzung können sie zwar nicht übernehmen, aber sie würden die dafür notwendigen, technischen Gerätschaften, wie zum Beispiel ein Tiefladefahrzeug oder einen zulässigen Schwerlastkran, zur Verfügung stellen. Doch warum wurde diese Idee erst jetzt publik?

Auf die Frage der bz warum die Wiener Linien eine solche Möglichkeit nicht früher in Betracht gezogen hätten, wurde erklärt, dass das sehr wohl der Fall war. Der Versuch stand im Raum, doch der Kosten-Nutzen-Faktor machte es für ein Unternehmen, welches vom Steuerzahler abhängt, unmöglich.

2020 starteten die Wiener Linien eine europaweite Ausschreibung in der sie nach Unternehmen und Experten suchten, die die Fähigkeiten hätten, die Platane der Josefstadt umzupflanzen, erklärt das Unternehmen. Die Rückmeldungen waren ernüchternd: "Zwei Unternehmen haben das Umpflanzen als „technisch und fachlich nicht möglich“ beurteilt. Ein drittes Unternehmen hat ein Angebot abgegeben, mit dem Hinweis einen 100-Tonnen-Kran für die Größe des Wurzelballens zu benötigen," heißt es von den Wiener Linien. Doch aufgrund der baulichen Gegebenheiten der Straße, darunter befindet sich aufgrund der U2 ein Brückentragwerk, darf die Belastung maximal 60 Tonnen betragen.

Eine Reduktion des Gewichts wäre durch das Zurückschneiden der Platane zwar möglich, doch umso mehr Wurzelwerk des Baums entfernt werden würde, umso geringer auch seine Überlebenschance nach einer erneuten Einpflanzung. "Da somit das Überleben der Platane damit nicht gewährleistet werden kann, war es für uns nicht möglich diesen Auftrag zu erteilen. Wir sind auch dem Steuerzahler verpflichtet und eine halbe Million für ein Projekt dessen Ausgang nicht gesichert ist, ist zu viel", so die Pressestelle der Wiener Linien.

Kuratorium Wald spricht mit Wiener Linien

Als Gerhard Heilingbrunner, Präsident des Umweltschutzvereins Kuratorium Wald von der geplanten Fällung erfuhr, richtete er einen Appell an die Wiener Linien über Soziale Medien und die Presse: "Gerade angesichts der Klimakrise müssen wir um jeden Baum kämpfen. Es darf nicht sein, dass sich ganz Österreich um neue Baumpflanzungen bemüht, aber die Wiener Linien – ein nachhaltiges Unternehmen – ohne die nötige Ernsthaftigkeit an den Tag zu legen einfach sinnlos robuste und symbolträchtige Bäume in der Wiener Innenstadt umschneiden."

Dies wurde vom Chef der Wiener Linien, Günther Steinbauer, nicht ignoriert. "Es wurde eine Telefonat zwischen mir und Steinbauer angesetzt", informierte Heilingbrunner die bz-Wiener Bezirkszeitung. Was genau darin besprochen wurde, und wie die Platane nun gerettet werden soll, ist der bz derzeit noch nicht bekannt. Laut Heilingbrunner sieht es jedoch gut aus, dass eine Rettung innerhalb des von der Baufirma zur Verfügung gestellten Zeitfensters, durchgeführt werden kann.

Wir bleiben für unsere Leser natürlich dran und informieren sofort.

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