Theater in Mariahilf
"Zeitungsweiber" in Wien

Petra Pecha und die Autorin Susanna Oberforcher als zwei der drei "Zeitungsweiber".
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  • Petra Pecha und die Autorin Susanna Oberforcher als zwei der drei "Zeitungsweiber".
  • Foto: Viktor Kabelka
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1899 gründeten drei mutige Frauen eine Zeitungsredaktion in Wien-Mariahilf. Sie wurden mit ihrer Zeitschrift „Dokumente der Frauen“ zu Wegbereiterinnen des Frauenwahlrechts und des Feminismus in Österreich.

MARIAHILF/JOSEFSTADT/MARGARETEN. Der Theaterverein "Konfrontation" und Amnesty International bringen anlässlich 100 Jahre Frauenwahlrecht in Österreich das Theaterstück "Zeitungsweiber – Dokumente der Frauen" auf die Bühne. Die Gruppe probt zweimal in der Woche in der Wickenburggasse im 8. Bezirk. Mittlerweile gibt es den Verein schon seit 40 Jahren.

Das Besondere an den Mitgliedern ist, dass sie Laien sind und subventionsabhängig spielen. "Einer ist bereits in Pension und eine andere arbeitet Vollzeit", sagt Susanna Oberforcher. Sie spielt selbst leidenschaftlich gern Theater und ist auch die Autorin des Stücks, das sie im Jahr 2017 geschrieben hat. Darin setzte sie sich mit der Entstehungsgeschichte des Feminismus in Österreich auseinander.

Zeitungsweiber von damals

Stereotype Themen wie Schönheitsrituale oder Kochrezepte sucht man hier vergeblich. Stattdessen sind bei den drei Zeitungsweibern Rosa Mayreder, Auguste Fickert und Marie Lang politische Anliegen in sechs Szenen durchgehend das Thema. Von 1899 bis 1902 waren sie die Herausgeberinnen der Zeitschrift. Sie forderten darin nicht nur politische Veränderungen, sondern machten auch auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam.

"Es waren drei sehr interessante Frauen. Schade, dass sie niemand kennt", sagt Oberforcher. Der Titel "Zeitungsweiber" soll daran erinnern, dass das Wort "Weib" früher gängig und nicht negativ besetzt war. Oberforcher will mit ihrem Stück noch mehr zur Gleichberechtigung von Frauen und Männern beitragen. „100 Jahre Frauenwahlrecht – das ist ein großer Meilenstein in der österreichischen Geschichte. Jedoch verdienen Frauen noch immer weniger als Männer – auch bei gleicher Ausbildung", sagt die Autorin.

Seit 1919 dürfen Frauen in Österreich wählen. Im Vergleich zu Liechtenstein schon relativ lange: Dort dürfen die Bewohnerinnen erst seit 1984 zur Urne. "Frauenrechte sind Menschenrechte und sie wurden hart erkämpft. Passen wir gut auf sie auf", sagt die Geschäftsführerin von Amnesty International Österreich, Annemarie Schlack. Und genau das soll das Publikum auch spüren. Themen wie Mädchenhandel, Kinderarbeit und Lohngleichheit waren damals und sind auch heute noch aktuell.

ZUR SACHE
Der Theaterverein "Konfrontation" lädt anlässlich 100 Jahre Frauenwahlrecht am Freitag, 8. März, ins Theater Spektakel (Hamburgerstraße 14) ein. Die Vorstellung beginnt um 19.30 Uhr. Karten gibt es um 18 Euro unter 01/92 960 79 oder www.amnesty.at/zeitungsweiber

Petra Pecha und die Autorin Susanna Oberforcher als zwei der drei "Zeitungsweiber".
Drei mutige Frauen gründeten eine Zeitungsredaktion in Wien-Mariahilf.

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