Donnerstagsdemo
Hysteria sagt den Männerbünden den Kampf an - „Unsere Männer sind zu schön für einen Schmiss“

 „Unsere Männer sind zu schön für einen Schmiss", ließ Stefanie Sargnagel von der Burschenschaft Hysteria wissen.
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  • „Unsere Männer sind zu schön für einen Schmiss", ließ Stefanie Sargnagel von der Burschenschaft Hysteria wissen.
  • Foto: Markus Spitzauer
  • hochgeladen von Elisabeth Schwenter

Die Hysteria überraschte die Teilnehmer der Donnerstagsdemo mit einer Rede und ihrer Hymne - in der Nachbarschaft der deutschnationalen Burschenschaft Gothia.

JOSEFSTADT. Dass die Hysteria die Tage rund um den Akademikerball, der am Freitag, 25. Jänner stattfindet, nicht ohne ein deutliches Lebenszeichen vergehen lassen würde, war klar. Dass das bereits am Vorabend, bei der wöchentlichen Donnerstagsdemo passiert, kam dann doch überraschend.

Die Demo stand diesmal unter dem Motto „Do! Budenbummel“ und führte in der Wiener Innenstadt an den Buden der deutschnationalen Verbindungen vorbei - unter anderem an jener der Burschenschaft Gothia in der Schlösselgasse 12. Hier ist auch die Redaktion der rechten Onlineplattform „unzensuriert“ zu Hause. Ein Mitglied der Verbindung ist Alexander Höferl, Pressereferent im Innenministerium. 

Stefanie Sargnagel: "Kurz' biologische Uhr tickt bereits"

In einem Nachbarhaus formierte sich die Hysteria. An den Fenstern  präsentierte sie ihre Fahnen. Die Autorin und Mitglied der Burschenschaft Hysteria, Stefanie Sargnagel, hielt hier eine Rede. “Burschenschaften waren, sind und werden immer Frauenbünde sein“, so Sargnagel. Und weiter: „Unsere Männer sind zu schön für einen Schmiss.“

Auch zu Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) und Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) hatte die Autorin einige Worte auf Lager. Kurz etwa solle seine Kinderlosigkeit und Selbstbezogenheit nicht täglich zur Schau stellen, sondern seiner Natur nachkommen. Seine biologische Uhr ticke bereits. Und für Herbert Kickl empfahl die Satirikerin eine Pferdetherapie.

Frauen sollen zum Männerschutzball

Auch zum morgigen Akademikerball, den die Hysteria, wie sie es nennt, 2017 zum Männerschutzball gemacht hat, ließ Sargnagel wissen, dass sie auch in diesem Jahr wieder teilnehmen würden. Alle Frauen seien eingeladen, ebenfalls hin zu gehen. Zum Abschluss des Auftrittes der Hysteria wurde deren Hymne gesungen. 

Die Hysteria bezeichnet sich selbst als älteste Burschenschaft Österreichs und Deutschlands, nimmt ausschließlich Frauen auf und sieht sich dem Schutz der Männer verpflichtet. Diese seinen für das Häusliche und nicht für öffentliche oder politische Ämter bestimmt. Außerdem fordert die Hysteria das goldene Matriarchat.

Aus den Fenstern der Burschschaft Gothia waren anfangs einige neugierige Blicke zu sehen, doch mit Beginn der Rede der Hysteria wurde es dunkel hinter den Scheiben. Nur eine Fahne ihrer Verbindung hatte die Gothia aus ihrem Fenster hängen lassen. 

Demo bis zur FPÖ Parteizentrale

Die Demo selbst zog dann weiter über die Florianigasse, Fuhrmanngasse, Strozzigasse, Piaristengasse und die Lerchenfelder Straße zum Rathausplatz, wo die Abschlusskundgebung vor der Wiener FPÖ-Zentrale stattfand.
Es ging vorbei an zahlreichen Buden von Burschen- und auch Mädelschaften, um, wie es in der Ankündigung der Veranstalter hieß, „auf die Verbindungen zwischen ihnen, der Regierung, der FPÖ wie auch der rechtsextremen Szene hinzuweisen.“

"Seit Jahren ist der frühere WKR-, der heutige Akademikerball in der Hofburg DAS Vernetzungstreffen der extremen Rechten, das von der Wiener Landesgruppe der FPÖ ausgerichtet wird. 40 Prozent der Nationalratsabgeordneten der FPÖ sind „Alte Herren“ von Burschenschaften, sie stellen eine Vielzahl der Posten in den Ministerien der schwarz-blauen Regierung, und auch sonst lässt sich – von Küssel bis zu den „Identitären“ - kein namhafter Recke des österreichischen Rechtsextremismus ausmachen, der nicht einer Burschenschaft angehört", erklärte Michaela Moder, Mitorganisatorin der Do! Demos. Rund 3.500 Menschen nahmen an der Demo teil.

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