Hauterkrankung
Skabies- oder Krätze-Fälle häufen sich wieder

Auch in Kärnten steigt die Zahl der Skabies- oder Krätze-Erkrankungen.

Skabies, oder auch Krätze, ist eine Hauterkrankung die durch Milben ausgelöst wird. Los wird man sie nur durch die richtige Behandlung.

KÄRNTEN. Ähnlich wie Masern zählt Skabies zu den verschwunden geglaubten Krankheiten in Mitteleuropa. Nun ist die Krätze jedoch wieder auf dem Vormarsch. "In Mitteleuropa ist ein massiver Anstieg von Skabies-Fällen zu beobachten", betont Gesundheitsreferentin Beate Prettner.
Auch in Kärnten ist die Zahl der Erkrankungen gestiegen. Da es sich bei Krätze jedoch um keine meldepflichtige Krankheit handelt, kann die Zahl der Fälle nur anhand der Rezept-Verschreibungen ermittelt werden. Demnach waren es 2017 noch 1.300 Skabies-Fälle und 2018 bereits 4.000.

Was ist Skabies?

Skabies wird durch die Grab- oder Krätzemilbe ausgelöst und ist eine stark ansteckende, parasitäre Hauterkrankung, die zu starken Juckreiz führt. Die befruchteten Weibchen der Milbenart graben feine tunnelförmige Gänge in die obere Hautschicht, wo sie täglich mehrere Eier ablegen und Kot ausscheiden.
Dabei bevorzugen die Milben vor allem warme Körperareale mit dünner Hautschicht, wie die Zwischenräume bei Händen und Füßen, die Nabelregion, die Leistenregion oder die vordere Achselhöhle. Kopf und Nacken lassen sie meist aus.

Symptome von Krätze

Nach der Infektion treten die ersten Symptome nach fünf bis sechs Wochen auf. Ein Brennen auf der Haut und Juckreiz, vor allem nachts, sind meist die ersten Anzeichen für eine Infektion. Weitere typische Anzeichen sind feine, dunkle und unregelmäßig geschwungene oder strichförmige Linien (Milbengänge) in der obersten Hautschicht an deren Ende sich Blasen bilden können.
Verletzte Hautstellen, wenn man sich etwa aufgekratzt hat, können sich außerdem eitrig entzünden.

Infektion und Behandlung

Die Hautkrankheit kann nur durch eine Behandlung bekämpft werden und ist durch intensiven Hautkontakt – rund acht bis zehn Minuten – übertragbar. "Händeschütteln ist also nicht ansteckend, wohl aber kuscheln, innige und lange Umarmungen sowie sexueller Kontakt", erklärt Bernhard Lange-Asschenfeldt, Leiter der Dermatologie im Klinikum Klagenfurt. Im Fall einer Erkrankung innerhalb der Familie werden daher meist alle Familienmitglieder synchron mit behandelt.
Maria Korak-Leiter von der Ärztekammer erklärt zudem, dass Skabies nichts mit mangelnder Hygiene zu tun hat und wirklich jeder betroffen sein kann. Weiters sei Krätze mit Tabletten und Cremen "gut behandelbar". Als erste Anlaufstelle im Verdachtsfall nennt Korak-Leiter klar den Allgemeinmediziner und nicht die Ambulanzen.

Behandlung unbedingt notwendig

Da Skabies oder Krätze nicht von alleine abklingen, ist eine Behandlung unbedingt erforderlich. Wer sich also nicht behandeln lässt, potenziert die Ansteckungsgefahr für andere. Eine klare Diagnose inklusive erfolgreicher Behandlung ist für Prettner daher "der Schlüssel zum Erfolg, um Skabies wieder in die Schranken zu weisen".
Zudem fordert sie eine Meldepflicht für die Krankheit. Denn: "Das öffentliche Gesundheitswesen hat bei meldepflichtigen Erkrankungen ganz andere Möglichkeiten. Wir könnten gezielte Maßnahmen zur Bekämpfung und Kontrolle setzen", erklärt sie.

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