Niedrigere Tempolimits gefordert
Bereits vier Verkehrstote in diesem Jahr

Jeder dritte tödliche Verkehrsunfall ist auf Raserei zurückzuführen.

Vier Menschen kamen heuer bereits bei Verkehrsunfällen in Kärnten ums Leben, österreichweit waren es 66 Personen. Hauptursache war meist zu hohe Geschwindigkeit. Deshalb fordert der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) niedrigere Tempolimits.

KÄRNTEN. Die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle ist heuer höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. 66 Menschen starben auf Österreichs Straßen, um zehn mehr als zur gleichen Zeit des Vorjahres. 

Mit hohem Tempo in den Tod

Jeder dritte Verkehrstod war bisher auf zu hohes Fahrtempo zurückzuführen. Die zweithäufigste Unfallursache waren hingegen Ablenkung und Unachtsamkeit der Verkehrsteilnehmer.

Trotz wenig Verkehr, gleich viele Verkehrstote

Obwohl der Verkehr im Zuge der Corona-Krise abgenommen hat, ist die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle der letzten zwei Wochen gleich hoch wie im Vorjahr. Allein in den vergangenen zwei Märzwochen wurden zehn Menschen österreichweit im Verkehr getötet. Diese Lage sieht der VCÖ kritisch. Denn besonders in den kommenden Wochen werden die Krankenhäuser mehr Kapazitäten für Corona-Patienten benötigen.

Reduktion der Tempolimits gefordert

"Mit der Geschwindigkeit verlängert sich der Anhalteweg und damit steigt das Unfallrisiko. Und im Fall eines Unfalls steigt mit der Geschwindigkeit das Risiko schwerster Verletzungen. Deshalb sind niedrigere Tempolimits eine sehr wirksame Maßnahme, um die Zahl von schwer oder gar tödlich Verletzten zu reduzieren", appelliert VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Deshalb fordert der VCÖ zumindest bis zum Ende der Corona-Krise eine Reduktion der zulässigen Geschwindigkeiten auf den heimischen Straßen. Tempo 80 statt 100 auf Freilandstraßen, Tempo 110 statt 130 auf Autobahnen und Tempo 30 statt 50 im Ortsgebiet sollen die Verkehrssicherheit erhöhen.

Maßnahme mit Vorteilen

"Niedrigere Tempolimits sind eine Verkehrssicherheitsmaßnahme mit vielfachem Zusatznutzen: Weniger Schadstoffe, weniger Lärm, niedrigerer Spritverbrauch und damit auch ein geringerer CO2-Ausstoß", fügt VCÖ-Experte Schwendinger hinzu. Auch ohne den niedrigeren Geschwindigkeitsbegrenzungen können Unfälle vermieden und das Gesundheitssystem geschont werden. Wer unvermeidbare Autofahrten antritt, soll aufmerksam und rücksichtsvoll auf der Straße unterwegs sein.

Autor:

Mario Kernle aus Klagenfurt

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