Hochwasser und Unwetter in Kärnten
In den nächsten Tagen ist mit Rutschungen zu rechnen

Soldaten des Jägerbataillon 26 arbeiten sich von Lainach (Bild) nach Winklern vor
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  • Foto: Land Kärnten
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Für die Pegelstände dürfte der ab morgen vorhergesagte Regen kein Problem sein, für die Hänge jedoch schon. Der Boden nimmt kaum mehr Wasser auf. Zivilschutzalarm für Lavamünd wird aufgehoben. Geld aus dem Katastrophenfonds des Bundes soll schnell fließen.

KÄRNTEN. Heute traf sich der Landeskrisenstab erneut zur Lagebesprechung. Aktuell ist das Lesachtal immer noch von der Außenwelt abgeschnitten. Mitarbeiter von Kärnten-Netz versuchen, über Osttirol speziell nach Maria Luggau zu gelangen. Sie haben Notstromaggregate mit dabei, unterstützt werden sie vom Hubschrauber des Bundesheeres. 
Der Katastrophenschutz-Beauftragte Markus Hudobnik berichtet auch über einen Assistenzeinsatz im Mölltal: "Soldaten des Jägerbataillon 26 arbeiten sich von Lainach nach Winklern vor und unterstützen die Einsatzkräfte vor Ort. Zudem sind Pioniere in Hermagor und dem Lesachtal eingesetzt, um die Feuerwehr vor Ort zu unterstützen."

Maria Luggau: Versorgung aus der Luft

Von Kärntner Seite - von Kötschach-Mauthen aus - sind 60 Pioniere und zwei schwere Pioniermaschinen in Richtung Maria Luggau unterwegs. Die Straße soll zumindest einspurig befahrbar werden, der Nahversorger in Maria Luggau wird aus der Luft mit Lebensmitteln versorgt.
Straßenbau-Referent LR Martin Gruber bezeichnet das Lesachtal als "kritischsten Bereich". Die Sanierung der Straße ins Lesachtal sei im Straßenbau-Budget der nächsten Jahre budgetiert, nun werden die Mittel dafür nochmal erhöht.

Bundesheer bereit

Das Bundesheer arbeitet laut Brigadier Walter Gitschthaler auch in Rangersdorf (20 Soldaten des Jägerbataillon 26) an der Beseitigung von Vermurungen. Vier Bundesheer-Hubschrauber werden im Gailtal stationiert. 100 weitere Soldaten sind bereit, um zu helfen.

Aktuell sind auch noch 20 Feuerwehren am Arbeiten - in den letzten Tagen standen 4.500 Kameraden bei 1.200 Einsätzen ihren Mann oder ihre Frau, so Landesfeuerwehrkommandant Rudolf Robin.

"Wir müssen mit Rutschungen rechnen"

Ab morgen soll es weiter regnen, doch für die Pegelstände sollte das keine Probleme mehr verursachen, sagt Hydrograph Johannes Moser. Doch er gibt zu bedenken: "Probleme werden aber an den Hängen auftreten, da der Boden gesättigt ist. Wir müssen mit Rutschungen rechnen."

Entlang der Kraftwerkskette wird die Durchflussmenge der Drau bei 1.000 Kubikmeter pro Sekunde gehalten, 38 Millionen Kubikmeter Wasser werden derzeit im Gailtal zurückgehalten. Nur so könne man die Pegelstände in Lavamünd stabilisieren. 
Gegen 15 Uhr soll der Zivilschutzalarm in Lavamünd aufgehoben werden und evakuierte Bewohner dürfen wieder in ihre Häuser, die Straßensperren fallen.

Wasserzufluss in die Drau im Abnehmen

Revitalisierungsmaßnahmen an der Drau hätten vielfach dazu beigetragen, Schäden gering zu halten. Die Stauseen bleiben vorerst weiter gesenkt. Moser: "Aufgrund des Nachlassens der Niederschläge nimmt der Wasserzufluss aus Nebenflüssen in die Drau bereits ab. Wie es derzeit aussieht, sollte der Puffer in Edling reichen, um die für Donnertag vorhergesagten weiteren Regenfälle abzufedern."

Unterstützung des Bundes

Auch Kanzler Sebastian Kurz und Ministerin Elisabeth Köstinger wohnten der Lagebesprechung bei. Gestern waren sie nämlich bei der Wahl von Martin Gruber zum Kärntner ÖVP-Chef im Land. Landeshauptmann Peter Kaiser übergab Kurz ein Schreiben der Landesregierung. Darin wünsche man sich rasche und unbürokratische Hilfe der Bundesregierung. "Sie wird es rasch geben", versicherte Kurz, Köstinger aus ihrem Ressort ebenso.

Aktuelle Verkehrslage im ÖBB-Netz

  • Die Bahnstrecken zwischen Spittal/Millstättersee und Lienz sowie Villach und Rosenbach gehen morgen zu Betriebsbeginn wieder in Betrieb. Bis dahin gibt es Busse.
    • Zwischen Lienz und Candido/Innichen finden Gleisbauarbeiten statt, die bis 4. November dauern. Es gibt Schienenersatzverkehr.

Mehr zum aktuellen Thema:
www.meinbezirk.at/hochwasser_kaernten2018

Soldaten des Jägerbataillon 26 arbeiten sich von Lainach (Bild) nach Winklern vor
Kanzler Sebastian Kurz nahm an der Besprechung teil. Kurz mir Markus Hudobnik, LR Martin Gruber, BM Elisabeth Köstinger, LH Peter Kaiser, LR Daniel Fellner und Rudolf Robin

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