Diözese Gurk-Klagenfurt
Josef Marketz ist offiziell Bischof

Der neue Kärntner Bischof: Josef Marketz
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Nun ist es offiziell: Kärnten hat nach fast eineinhalb Jahren einen neuen Bischof – Caritas-Direktor Josef Marketz ist der 66. Bischof der Diözese Gurk-Klagenfurt. Die Bischofsweihe erfolgt am 2. Februar 2020 um 14 Uhr im Klagenfurter Dom.

KÄRNTEN. Heute, Dienstag, wurde der Kärntner Caritas-Direktor Josef Marketz von Papst Franziskus zum Bischof der Diözese Gurk-Klagenfurt ernannt. Nachdem Alois Schwarz nach St. Pölten versetzt wurde, hat Kärnten nun wieder einen Bischof. 

Erstes Statement von Josef Marketz

Sympathisch das erste Statement von Marketz: "Ich habe mich lange allein schon gegen den Gedanken gewehrt, dass das Amt mir anvertraut werden könnte, da ich mit Leib und Seele Direktor unserer Caritas in Kärnten bin. Nun ist es trotzdem soweit gekommen. In aller Demut und im Vertrauen auf die Hilfe Gottes und vieler Menschen, die mich unterstützen werden, möchte ich diesen so wichtigen, aber gewiss nicht einfachen Dienst in unserer Diözese antreten. Ich freue mich auf die zukünftigen Begegnungen mit den Menschen unseres Landes, die Zusammenarbeit mit den Mitbrüdern im priesterlichen und diakonalen Dienst, den OrdenschristInnen, den vielen LaienmitarbeiterInnen in Diözese und Bistum, einfach auf alle, die sich beruflich und ehrenamtlich für die Kirche in Kärnten engagieren. Ich danke allen, die in der langen Zeit der Sedisvakanz mit Arbeit und Gebet Verantwortung für die Diözese übernommen haben und bitte alle Kärntnerinnen und Kärntner um ihr Gebet und um tatkräftige Unterstützung bei meinem Hirtenamt im Dienst der Menschen in unserem Land, insbesondere der Armen und Ausgegrenzten."

Freistetter: "Freue mich außerordentlich"

Seit Anfang Juli ist Militärbischof Werner Freistetter der apostolische Administrator in Kärnten. Er sieht es nun als eine seiner letzten Aufgaben in Kärnten, "dem neuen Bischof einen guten Start zu ermöglichen". Marketz wird sicher ein ausgezeichneter Bischof werden, so Freistetter: "Ich bin davon überzeugt, dass er den Weg zu einem versöhnten Miteinander in der Kirche in Kärnten weiter beschreiten wird."

Gurker Domkapitel: Unterstützung und Loyalität ist Marketz sicher

Auch das Gurker Domkapitel freut die Ernennung von Marketz, man sichere ihm Unterstützung und Loyalität zu. Immerhin sei Marketz ein Priester aus der Diözese Gurk, einer mit "reicher seelsorglicher und administrativer Erfahrung". "Möge es dem neuen Bischof gelingen, das Vertrauen in das Bischofsamt wieder herzustellen", heißt es von den Mitgliedern des Gurker Domkapitels – Engelbert Guggenberger, Michael Kristof, Karl Heinz Frankl, Josef-Klaus Donko, Gerhard Christoph Kalidz, Matthias Hribernik, Jakob Ibounig und Peter Allmaier.

Lackner: "Verbindender Bischof"

Erzbischof Franz Lackner dazu: "Es freut mich außerordentlich, dass die Diözese Gurk-Klagenfurt mit der Bischofsernennung von Josef Marketz in die Adventzeit starten darf. Marketz ist ein Kenner der Diözese Gurk-Klagenfurt, ein erfahrener Leiter und hat das Ohr bei den Menschen. Ich habe ihn als besonnenen und auf Ausgleich bedachten Priester in der Diözesanleitung erlebt, auch in unruhigen Zeiten. Er wird – davon bin ich überzeugt – ein verbindender Bischof für die Kärntnerinnen und Kärntner sein. Für seine wichtige Aufgabe wünsche ich ihm Gottes reichen Segen."


Landau: "Marketz ist ein Mann des Dialogs"

Für Caritas-Präsident Michael Landau wird Marketz ein Bischof sein, der "dessen Herz für die Armen schlägt". Er sei ein Mann des Dialogs, der auf Menschen zugeht. 
Landau weiter: "Josef Marketz verfügt über ein großartiges Charisma, Menschen zu begleiten, unterschiedliche Sichtweisen gut zu vereinen und in besonderer Weise liegt ihm die Caritas, die gelebte Nächstenliebe, am Herzen. Josef Marketz hat als Diakon in Ecuador, als Pfarrer, als Leiter des Seelsorgeamtes und nicht zuletzt seit 2014 als Direktor der Caritas der Diözese Gurk-Klagenfurt in überzeugender Weise zum Ausdruck gebracht, dass für ihn, ganz im Sinne des Zweiten Vatikanischen Konzils, der Mensch der Weg der Kirche ist. Sein Humor, seine Begabung auf Menschen zugehen zu können und vor allem sein tiefer Glaube sind beeindruckend."

Caritas Kärnten: Freude und Wehmut

Bei der Caritas Kärnten verspürt man Freude und Wehmut. Marketz habe aus der Caritas in den letzten fünf Jahren eine moderne Organisation gemacht. "Wir verlieren einen Direktor, dem die Arbeit unserer Caritas und die Menschen darin viel wichtiger waren als die Selbstdarstellung der Organisation, und einen beständigen Mahner der Wurzeln der Caritas, die tief im Glauben an die christlichen Werte begründet liegen", heißt es. 
Der Posten des Caritas-Direktors oder der -Direktorin wird übrigens vom Bischof bestellt. Da Marketz eine "solide Struktur" aufgebaut habe, wird die Caritas in der Zeit bis zur Bestellung der neuen Führung gut weiterarbeiten können. 

Schönborn: "Wichtiges Zeichen für Österreich"

Erfreut über diese Entscheidung für Marketz zeigt sich auch Kardinal Christoph Schönborn. Es sei eine "gute, erfreuliche Entscheidung". Schönborn glaubt, dass die Kärntner darauf "sehr positiv" reagieren. Ein gebürtiger Kärntner sei nun wieder Bischof, noch dazu jemand aus der slowenischen Volksgruppe. "Ein wichtiges Zeichen für Österreich", so der Wiener Erzbischof.

Köfer: "Starker Partner"

Auch die Politik stellt sich mit Glückwünschen ein, allen voran Team-Kärnten-Chef Gerhard Köfer: "Ich habe Josef Marketz als einen sehr positiven, progressiven und herzlichen Menschen kennen- und schätzen lernen dürfen und gratuliere ihm im Namen des Team Kärnten sehr herzlich zur Ernennung zum Kärntner Bischof." Er müsse nun die Katholische Kirche in Kärnten in "ruhigere Fahrwasser" führen. Köfer sei diesbezüglich guter Hoffnung. 
"Wir hoffen, dass er weiter gegen die steigende Armut im Land auftritt und sich an die Spitze jener stellt, die Maßnahmen gegen Armut einmahnen. Wir sehen in seiner Person jedenfalls einen starken Partner für unsere Bemühungen für ein sozialeres und gerechteres Kärnten."

Kaiser: "Gratuliere von Herzen"

Auch Landeshauptmann Peter Kaiser gratuliert von Herzen. Seine zweisprachige Herkunft werde, so Kaiser, den Dialogprozess zwischen den Volksgruppen weiter voranbringen. "Gerade in einer Zeit, in der viele Menschen auch aufgrund politischer Ereignisse und mitunter besorgniserregender Weichenstellungen nach Antworten und nach einem Anker zum Festhalten suchen, wird der neue Bischof gefordert sein, das aufgrund der Vorgänge innerhalb der katholischen Kirche Kärntens verloren gegangene Vertrauen durch glaubwürdige und transparente Arbeit zurückzugewinnen", so Kaiser.

Gruber: "Verbindender Hirte"

Auch ÖVP-Landesparteiobmann Martin Gruber gratuliert: "Mit Josef Marketz erhält die Katholische Kirche in Kärnten einen umsichtigen und verbindenden Hirten." Gruber freue sich auf viele Begegnungen und regen Austausch.

Mathiaschitz: "Freue mich auf die Zusammenarbeit"

Als "klares Bekenntnis zur Menschlichkeit" bezeichnet Klagenfurts Bürgermeisterin die Ernennung. "Er hat sich stets um jene Menschen gekümmert, die auf Unterstützung angewiesen sind. Seine gewinnende Art, von der ich mich selbst in vielen Gesprächen überzeugen konnte, wird innerhalb der Katholischen Kirche Kärnten überzeugen und Vertrauen schaffen." So habe die Caritas unter Marketz' Führung viele Projekte in der Landeshauptstadt umgesetzt, die eine unverzichtbare Ergänzung zum Angebot der Stadt darstellen, etwa das "Eggerheim" als Anlaufstelle für Obdachlose.

Germ & Scheider: "Starkes Zeichen"

Ein starkes Zeichen sehen auch Klagenfurts Vize-Bürgermeister Wolfgang Germ und Stadtrat Christian Scheider – gerade vor Weihnachten. "Mit seinen zahlreichen sozialen Projekten und dem offenen Ohr für die Probleme derKlagenfurter Bürger hat Josef Marketz bereits bewiesen, dass er zum Wohle der Menschen lösungsorientiert und vor allem mit Hingabe und Barmherzigkeit arbeitet", so Germ. "Ich bin mir sicher, dass Josef Marketz weiterhin seine Nächstenliebe und seine Einfühlungsgabe für Klagenfurt und Kärnten leben wird und nun endlich Beruhigung einkehren
kann", so Scheider.

Zur Person Josef Marketz

Marketz ist 64 Jahre alt, wurde in St. Philippen ob Sonnegg geboren und maturierte 1975 am Gymnasium Tanzenberg. Er ist Kärntner Slowene. 1982 wurde er in Klagenfurt zum Priester geweiht. Er studierte Theologie in Salzburg und Laibach, an der Universität Wien wurde er später Doktor der Theologie. Seit 1. September 2014 steht er an der Spitze der Kärntner Caritas.

Er folgt Militärbischof Werner Freistetter nach, der seit Anfang Juli als apostolischer Administrator tätig ist. Die Bischofsweihe erfolgt am 2. Februar 2020 um 14 Uhr im Dom zu Klagenfurt.

Autor:

Vanessa Pichler aus Klagenfurt

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